Jutta Cordt und Horst Seehofer (Archiv) | Bildquelle: dpa

Ex-BAMF-Chefin Cordt Mit drei Gehaltsstufen weniger zu Seehofer

Stand: 26.09.2018 07:37 Uhr

Vor drei Monaten hatte Innenminister Seehofer die damalige BAMF-Chefin Cordt entlassen, jetzt wechselt sie in sein Ministerium. Laut einem Medienbericht soll sie jedoch deutlich weniger verdienen. Ihr Themengebiet: Digitalisierung.

Die ehemalige Präsidentin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Jutta Cordt, soll sich laut einem Zeitungsbericht im Bundesinnenministerium um Digitalisierungsthemen kümmern. Das schreibt die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Ministeriumssprecher. Innenminister Horst Seehofer hatte Cordt vor drei Monaten im Zuge der Debatte um zu Unrecht bewilligte Asylanträge in der Bremer BAMF-Außenstelle entlassen.

Cordt wird laut dem Bericht in ihrem neuen Posten weniger verdienen: Sie falle von der B9-Besoldung um drei Stufen auf die B6-Besoldung für Unterabteilungsleiter in Ministerien. Das bedeute einen Gehaltsverlust von monatlich rund 1700 Euro. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen soll hingegen nach seinem Wechsel ins Seehofer-Ministerium in seiner Gehaltsstufe B9 bleiben.

Im Juni entlassen

Seehofer hatte Cordt im Juni auf dem Höhepunkt der Krise um das überlastete Bundesamt von ihren Aufgaben entbunden. Dabei spielte auch die Affäre um die Außenstelle in Bremen eine Rolle, wo laut ursprünglichen ersten Berichten in zahlreichen Fällen zu Unrecht Asyl gewährt worden sein soll.

Zunächst war deswegen sogar ein Untersuchungsausschuss im Bundestag erwogen worden - nach Angaben aus dem BAMF vom Montag ergab die Untersuchung dieser Vorfälle aber, dass nur bei 1,1 Prozent aller Bremer Verfahren besonders schwerwiegende Fehler festgestellt wurden. Geprüft wurde demnach jede positive Entscheidung von Anfang der 2000er-Jahre bis einschließlich des ersten Quartals 2018.

Zum neuen Chef der obersten Flüchtlingsbehörde machte Seehofer den Asylexperten aus dem bayerischen Innenministerium, Hans-Eckhard Sommer.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. September 2018 um 13:30 Uhr in den Nachrichten.

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