Ein Kind spielt an einem Laptop Minecraft. | Bildquelle: dpa

DAK-Studie zu Computerspielsucht 465.000 jugendliche "Risiko-Gamer"

Stand: 05.03.2019 11:42 Uhr

Sie schwänzen häufiger die Schule, haben ein höheres Aggressionspotenzial und sind eher verhaltensauffällig: 465.000 Jugendliche sind "Risiko-Gamer" und geben viel Geld für ihr Hobby aus, so eine DAK-Studie.

Im Umgang mit Computerspielen legen nach Hochrechnungen rund 465.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland ein auffälliges Verhalten bis hin zur Sucht an den Tag, gelten also als sogenannte Risiko-Gamer. Das sind 15,4 Prozent aller regelmäßigen Spieler, stellt eine Studie des Deutschen Zentrums für Suchtfragen in Hamburg und der Krankenkasse DAK-Gesundheit fest.

Fünf Stunden am PC sind keine Seltenheit

Demnach geben Betroffene mehr Geld für ihr Hobby aus, fehlen häufiger in der Schule und haben mehr emotionale Probleme als unauffällige Spieler. Jeder vierte Risiko-Gamer spielt am Wochenende fünf Stunden und mehr am Tag. Besonders beliebt sind Spiele wie Fortnite, FIFA oder Minecraft. Rund drei Prozent der Betroffenen erfüllen sogar die Kriterien einer Computerspielabhängigkeit mit Entzugserscheinungen oder Kontrollverlust. 79 Prozent der "Risiko-Gamer" sind Jungen. Nach Einschätzung der Forscher ist die Suchtgefahr bei Spielen besonders hoch, die Elemente enthalten wie eine offene virtuelle Welt, vielfältige Personalisierungsoptionen, Spielen im Teamverbund und zahlreiche Belohnungen.

DAK-Studie warnt vor Spielsucht bei Kindern und Jugendlichen
tagesschau 14:00 Uhr, Robert Holm, rbb

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Schulprobleme durch Computerspielsucht

"Ein riskantes Gaming-Verhalten kann zu verstärkten Schulproblemen führen", erklärt Studienleiter und Suchtexperte Rainer Thomasius. "Elf Prozent der 'Risiko-Gamer' fehlen innerhalb von einem Monat eine Woche oder mehr in der Schule oder Ausbildung. Das ist etwa drei Mal häufiger als bei unauffälligen Spielern." Die betroffenen Jugendlichen haben mehr emotionale oder Verhaltensprobleme. So berichten etwa 21 Prozent der "Risiko-Gamer" über Sorgen und Ängste, während es bei den unauffälligen Spielern nur sechs Prozent waren. Deutliche Unterschiede gibt es auch bei der Konzentration, motorischer Unruhe oder aggressivem Verhalten.

PC-Games mit "Glücksspielcharakter"

Neben der Suchtgefahr wurden erstmals auch die Ausgaben für die Anschaffung von Computerspielen und Extras untersucht. Mehr als die Hälfte der regelmäßigen Spieler kaufte in den sechs Monaten vor der Befragung Spiele oder Extras. Einzelne Spieler gaben in sechs Monaten bis zu 1000 Euro aus.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Spieleindustrie die Aufmerksamkeit der Jugendlichen clever fessele und ihnen auch für vermeintlich kostenlose Spiele mehr und mehr Taschengeld entlocke, erklärte DAK-Vorstandschef Andreas Storm. "Die Risiko-Gruppe ist deutlich mehr bereit, Geld für Games auszugeben", so auch Studienleiter Thomasius. "Sie stecken zum Beispiel doppelt so viel Geld in Extras als unauffällige Spieler. Und je ausgeprägter das Spielverhalten ist, desto mehr Geld investieren sie in Spiele."

Zwei Kinder spielen an Tablets Computerspiele. | Bildquelle: dpa
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Drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland spielen regelmäßig am Computer.

Die DAK forderte ein Verbot bestimmter Elemente in Spielen, die Spieler für lange Spielzeiten oder gegen Bezahlung bekommen. "Durch die Tricks der Industrie finden viele Jugendliche kein Ende und verzocken Zeit und Geld", sagte Vorstandsschef Storm. "Aus Spaß kann schnell Sucht werden. Deshalb muss der Glückspielcharakter in Computerspielen eingedämmt werden."

Nötig seien Warnhinweise für Spielzeiten und Ausgaben. Man setze aber vor allem auf Information und Aufklärung. So rät die Krankenkasse Eltern dazu, sich mit den Computerspielen ihrer Kinder auseinanderzusetzen, Interesse zu zeigen und sich und die Kinder über Risiken zu informieren. Für die Studie wurden 1000 12- bis 17-Jährige befragt.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 05. März 2019 um 11:01 Uhr und 11:32 Uhr.

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