Eine Diskokugel dreht sich in einem Club und reflektiert das einfallende Licht der Scheinwerfer und Lampen.  | dpa

Kulturszene in der Krise Corona-Millionen für die Clubs

Stand: 27.06.2020 13:24 Uhr

Die Kulturszene leidet besonders unter der Corona-Krise. Nun stellt Kulturstaatsministerin Grütters Fördergelder in Aussicht, um ein "Clubsterben" zu verhindern.

Monatelang keine Partys und Konzerte - was für Feierwütige nur bedauerlich ist, hat viele Clubs in echte Existenznöte gebracht. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat nun auf die vielfältigen Protestaktionen reagiert, mit denen Clubs und Diskotheken auf ihre Sorgen kundgetan hatten.

"In der kommenden Woche wird der Deutsche Bundestag das eine Milliarde Euro umfassende Konjunkturprogramm 'Neustart Kultur' verabschieden. Darin sind alleine 150 Millionen Euro für die überwiegend privatwirtschaftlich organisiere Musikkultur enthalten", kündigte die CDU-Politikerin im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland an. Ein Teil der Mittel stehe für Clubs zur Verfügung, die Live-Aufführungen bieten.

Protestaktionen der Branche wie "Night of Light"

In den vergangenen Wochen und Monaten hatte die Kulturszene mit Petitionen und Demonstrationen auf sich aufmerksam gemacht und teils durch Spendenaktionen Geld von Gästen und Unterstützern gesammelt.

Vergangene Woche etwa hatten Veranstalter in vielen deutschen Städten bei der Aktion "Night of Light" ihre Gebäude rot angestrahlt, um auf die prekäre Lage hinzuweisen.

Grüttes äußerte Verständnis für die Clubs, die die Corona-Krise "hart getroffen" habe: "Sie waren die ersten, die schließen mussten, und sie werden voraussichtlich erst sehr spät wieder öffnen können." Der Bund habe reagieren müssen, "um ein Clubsterben zu verhindern".

Grütters: Auch Länder sollen zu Erhalt beitragen

Zusätzlich zu den Millionen könnten die Veranstaltungshäuser "pandemiebedingte Investitionen" beantragen sowie von Überbrückungshilfen des Bundeswirtschaftsministeriums profitieren.

Grütters nahm aber auch die Bundesländer in die Pflicht, ihren Beitrag für den Erhalt der Clubkultur zu leisten. Clubs und Kultureinrichtungen seien nicht nur "touristisch und wirtschaftlich für unsere Städte wichtig, sondern sie sind ein bedeutendes Charakteristikum unserer Kulturlandschaft in Deutschland", sagte sie.

Pamela Schobeß, die Vorsitzende des Berliner Branchenvereins "Clubcommission", begrüßte die Ankündigung. Sie sagte den Zeitungen: "Wenn die Förderprogramme so kommen, wie sie angekündigt sind, ist das ein riesiger Schritt in die richtige Richtung und eine Chance, zu überleben."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Juni 2020 um 13:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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fathaland slim 27.06.2020 • 22:54 Uhr

19:30, Kaneel

>>Dann versuchen Sie mal den Osnabrückern "ihr" Theater wegzunehmen! Viel Erfolg! Bei dem Versuch musste schon eine Partei zurückrudern...<< Das wäre aber auch eine ungeheure Frechheit. Zum Glück sind nur wenige Menschen im Lande komplette Kulturbanausen. Ohne das Stadttheater würde Osnabrück komplett in die Provinzialität abrutschen und wäre dann von meiner Heimat Hasbergen kaum noch zu unterscheiden:=) Ich kann mich noch an Generalmusikdirektor Heinz Finger erinnern, den Leiter des Osnabrücker Symphonieorchesters. Sein Sohn Peter ist einer der weltbesten Gitarristen im so genannten Picking Style sowie der Chef "meiner" Plattenfirma. Auch das ist kulturelle Kontinuität.