Chinesische Botschaft in Berlin | Bildquelle: dpa

Ausgrenzung wegen Coronavirus' "Bis hin zu offenem Rassismus"

Stand: 05.02.2020 15:25 Uhr

Von Beschimpfungen bis hin zu tätlichen Angriffen: Seit dem Ausbruch des Coronavirus' erleben Chinesen dies in Deutschland. Chinas Botschaft macht sich Sorgen um ihre Staatsbürger und appelliert an die Bundesregierung.

Die chinesische Botschaft in Berlin sorgt sich um die Sicherheit ihrer Staatsbürger in Deutschland. Grund sind pauschale Verdächtigungen gegen Chinesen wegen des Coronavirus'. Nach einem Angriff zweier Frauen auf eine Chinesin in Berlin habe man die chinesischen Staatsbürger über soziale Medien und die eigene Internetseite auf die Situation hingewiesen, erklärte die Botschaft.

Botschaft gibt Ratschläge

Man habe Ratschläge für den Fall einer Provokation oder sogar Straftat gegeben und Aufmerksamkeit in Bezug auf den Schutz der eigenen Sicherheit angemahnt. Auch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher China-Gesellschaften (ADCG) registrierte Verunglimpfungen und Ausgrenzungen von chinesischen Menschen "bis hin zu offenem Rassismus".

"Schlimmer als das Virus ist der Hass"

Der Vorsitzende der Düsseldorfer Gesellschaft für deutsch-chinesische Freundschaft, Dieter Böning, sagte, schlimmer als das Virus seien blinde Diskriminierung und Hass gegenüber den Menschen, und diese förderten nur eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen den Deutschen und den Chinesen.

Bei dem Angriff in Berlin-Moabit sollen laut Polizei zwei Frauen eine Chinesin rassistisch beleidigt, bespuckt, an den Haaren zu Boden gerissen und geschlagen sowie getreten haben. Die 23-Jährige erlitt Kopfverletzungen. Die Angreiferinnen flüchteten. Die Polizei ermittelt.

Die chinesische Botschaft erklärte, sie habe beim Auswärtigen Amt Maßnahmen gefordert, um die "Sicherheit, die legitimen Rechte und die Würde der Staatsbürger zu gewährleisten". Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sind bislang keine verbalen oder körperlichen Übergirffe gemeldet worden, wie diese auf Anfrage mitteilte.

Über dieses Thema berichtete die Abendschau im rbb am 05. Februar 2020 um 19:30 Uhr.

Darstellung: