Karl-Marx-Denkmal in Chemnitz | Bildquelle: FILIP SINGER/EPA-EFE/REX/Shutter

ZDF-Bericht Angreifer in Video war Securitas-Mitarbeiter

Stand: 11.09.2018 18:01 Uhr

Einer der Angreifer auf einem der Videos aus Chemnitz ist nach einem ZDF-Bericht Mitarbeiter der Wachschutzfirma Securitas gewesen. Diese habe den Mitarbeiter kurz nach Bekanntwerden des Videos entlassen.

Das inzwischen bundesweit bekannt gewordene Video aus Chemnitz mit ausländerfeindlichen Parolen hat für einen der abgebildeten Männer zu Konsequenzen geführt, und zwar unmittelbar nach Veröffentlichung im Internet.

Nach Recherchen der ZDF-Sendung "Frontal 21" handelt es sich um einen von zwei Männern, die in dem Video auf einen Mann zurennen, den sie offenbar für einen Ausländer halten. Demnach war dieser Mann Mitarbeiter des Sicherheitsdienst-Unternehmens Securitas.

Securitas habe sich Ende August nach einer Anhörung des Mitarbeiters und unter Einbeziehung des Betriebsrats "mit sofortiger Wirkung von dem Mitarbeiter getrennt", zitiert das ZDF den Firmensprecher, Bernd Weiler. Das sei "weniger als zwölf Stunden, nachdem uns das Video bekannt wurde", geschehen. Mehrere Asylsuchende, darunter einer der Angegriffenen, hätten erklärt, dass einer der Beteiligten als Sicherheitsmann in einem Chemnitzer Flüchtlingsheim gearbeitet habe.

"Null Toleranz gegenüber Rechtsradikalen"

Weiler begründete die Entscheidung des bundesweit tätigen Sicherheitsunternehmens mit den Worten: "Securitas Deutschland hat gegenüber rechtsradikaler oder fremdenfeindlicher Gesinnung eine Null-Toleranz-Politik." Dies sei auch in den "Werten und ethischen Grundsätzen von Securitas festgeschrieben". Diesen Grundsätzen müssten sich alle Securitas-Beschäftigten bei ihrer Einstellung verpflichten.

Heftige Debatte um das Video

Das Video ist Gegenstand heftiger politischer Debatten um die Frage, ob in Chemnitz Hetzjagden stattgefunden haben. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hatte in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung Zweifel an dem Video geäußert und gesagt, es handele sich möglicherweise um eine "gezielte Falschinformation". Inzwischen erklärte Maaßen nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios in einem Bericht, dass er das Video für echt halte und er falsch verstanden worden sei. Dass Maaßen dafür keine Belege vorlegte, sorgte für Empörung.

Polizeibericht über Angriffe auf Ausländer und Demonstranten

Aus einem internen Lagefilm der Polizei geht laut "Frontal 21" weiter hervor, dass es die Polizei Chemnitz am 27. August mit einer intensiven Bedrohungslage zu tun hatte. Weiter gehe aus dem Polizeibericht hervor, dass es zwischen 21.00 und 22.00 Uhr mehrfach Versuche rechtsgerichteter Gewalttäter gab, linke Demonstranten oder Ausländer zu attackieren.

Um 21.42 Uhr heißt es in dem Bericht: "100 vermummte Personen (rechts) suchen Ausländer." Für 21.47 Uhr vermeldet der Bericht: "20 bis 30 vermummte Personen mit Steinen bewaffnet in Richtung Brühl, Gaststätte 'Schalom'". Die Attacke auf das jüdische Restaurant in Chemnitz, bei dem der Wirt verletzt wurde, hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Über dieses Thema berichtete MDR Sachsen - Das Sachsenradio am 11. September 2018 in den Nachrichten ab 15:00 Uhr.

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