Charles M.Huber saß von 2013 bis 2017 für die CDU im Bundestag. | Bildquelle: dpa

Charles M. Huber verlässt CDU Parteiaustritt nach Tönnies-Debatte

Stand: 08.08.2019 17:53 Uhr

Die Afrika-Äußerungen von Schalke-Aufsichtsratschef Tönnies haben für Aufsehen gesorgt - und einen Parteiaustritt: Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Schauspieler, Charles M. Huber, verlässt die CDU.

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Schauspieler Charles M. Huber tritt nach der Diskussion über die Aussagen von Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies aus der CDU aus.

Huber begründete den Schritt mit Äußerungen des Afrika-Beauftragten der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), die seiner Auffassung nach eine rassistisch motivierte Kommunikation von Tönnies relativieren.

Tönnies hatte in der vergangenen Woche Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren, "dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", sagte Tönnies.

Nooke forderte daraufhin, über die "angesprochenen Probleme wie das Verschwinden des Regenwalds und das Bevölkerungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent" müsse "gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden". Er kritisierte zugleich Tönnies' Wortwahl.

Huber: Nicht durch Kompetenz einen Namen gemacht

Mit Blick auf Nooke kritisierte Huber nun, es seien sich wiederholende und im Tenor ähnliche Aussagen, die das Bild eines Manns zeichneten, der sich nicht durch Kompetenz einen Namen gemacht habe, sondern seine Position als Afrika-Beauftragter der Bundesregierung häufig dafür benutzt habe, Afrika, seine Bewohner, ihre Diaspora und Menschen afrikanischer Abstammung "in vereinfachter Art und Weise demütigend darzustellen".

Nooke habe Deutschland und die afrikanischen Länder einander nicht näher gebracht. "Somit sehe ich diesen Schritt als eine logische Konsequenz", schrieb Huber auf Facebook mit Blick auf seinen Parteiaustritt.

Bekannt wurde Huber durch die Fernsehserie "Der Alte". In der Serie spielt er fast zehn Jahre den Inspektor Henry Johnson. Seit Ende 2018 lebt er im Senegal.

Keinen Rassismus geduldet

Der Generalsekretär der CDU Hessen, Manfred Pentz, bedauerte die Entscheidung Hubers. Er appelliere dafür, sich an einer innerparteilichen Diskussion zu beteiligen und konstruktiv einen Lösungsweg zu finden. Ein Rückzug sei seines Erachtens nach nicht der richtige Ansatz. "Den Vorwurf, dass unsere Partei Rassismus dulde, weise ich mit Nachdruck zurück", erklärte Pentz in einer Mitteilung.

Nooke wiederum verteidigte seine Reaktion auf die Rassismusvorwürfe gegen Schalke-Aufsichtsratschef Tönnies. "Ich lege Wert darauf, dass ich Herrn Tönnies in keiner Weise verteidigt habe, sondern seine Wortwahl als völlig inakzeptabel bezeichnet habe", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Meine Aussage war auch in keiner Weise relativierend gemeint." Zugleich bedauerte er den CDU-Austritt des früheren Fernsehkommissars und Bundestagsabgeordneten Huber.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 08. August 2019 um 15:15 Uhr.

Darstellung: