CDU Logo | Bildquelle: AFP

CDU-Vorsitz Die "Teamlösung" gewinnt Anhänger

Stand: 17.02.2020 11:46 Uhr

Noch trauen sich die aussichtsreichen Bewerber um den CDU-Vorsitz nicht aus der Deckung. Doch in der Union wird weiter diskutiert. Während die Idee einer "Teamlösung" im Raum steht, will die CSU bei der Kanzlerkandidatur mitreden.

Bei der Suche nach einer neuen CDU-Spitze wird innerhalb der Partei verstärkt über eine Teamlösung diskutiert. Parteivize Thomas Strobl betonte, dass die CDU "drei exzellente Bewerber" habe. "Den Gedanken, dass wir ein Team bilden, sollten wir in den nächsten Tagen intensiv miteinander besprechen", sagte Strobl am Sonntagabend im ZDF. Es könne Bemühungen um die Bildung eines Teams geben, "in dem die Stärken aller drei Bewerber zur Geltung kommen".

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warb für gemeinschaftliche und zügige Entscheidungen. "Es gibt ein hohes Bedürfnis bei unseren Wählern und unseren Mitgliedern, dass wir das im Team und mit viel Verantwortungsbereitschaft regeln", sagte er im Bericht aus Berlin. Über den CDU-Vorsitz und die Kanzlerkandidatur der Union solle jetzt "zügig" entschieden werden.

Wie ein solches Team aussehen könnte, und welche Funktionen die unterlegenen Bewerber übernehmen sollen, ließen sowohl Strobl als auch Spahn offen.

Jens Spahn zu seinen Ambitionen auf den CDU-Vorsitz
Bericht aus Berlin, 16.02.2020

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Gespräche mit Kramp-Karrenbauer

Spahn gilt neben Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und dem früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz als Kandidat für die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Spahn und Laschet haben sich bisher nicht öffentlich zu ihren Ambitionen geäußert. Auch Merz hat eine definitive Festlegung in der Öffentlichkeit vermieden. Aus seinem engsten Umfeld hieß es aber schon am vergangenen Mittwoch, er sei zu einer Kandidatur entschlossen.

Kramp-Karrenbauer will in den kommenden Tagen Gespräche mit den potenziellen Kandidaten führen und dann am 24. Februar die CDU-Spitzengremien informieren. Ziel sei, die personellen Fragen vor der Sommerpause zu klären, sagte sie kürzlich in den tagesthemen. Am Dienstag ist nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ein Treffen mit Merz geplant.

Wann er "seinen" Termin bei Kramp-Karrenbauer hat, wollte Spahn im Bericht aus Berlin zwar nicht sagen, aber dass er bei den Gesprächen dabei ist, dementierte er nicht. "Ich schließe nichts ein und nichts aus." Wichtig sei, dass jetzt zügig entschieden werde - und zwar über beides: den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur. Auch Laschet hüllt sich bislang in Schweigen, was seine Ambitionen angeht. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz überraschte der NRW-Ministerpräsident mit dezidierter Kritik an der Europapolitik von Kanzlerin Angela Merkel.

Die stellvertretende Unionsfraktionschefin Katja Leikert warnte vor den Risiken einer Kampfkandidatur um den Vorsitz. Es gehe nicht, dass wie nach der Wahl von Kramp-Karrenbauer das Lager des Unterlegenen "dreimal täglich die Autorität des neuen Vorsitzenden untergräbt", sagte Leikert der "Rheinischen Post". "So einen Zirkus dürfen wir uns kein zweites Mal erlauben." Dies sei ein "grobes Foul an der ganzen Partei".

Spahn, Laschet und Merz | Bildquelle: dpa
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Werden als mögliche CDU-Chefs gehandelt: Jens Spahn, Armin Laschet und Friedrich Merz.

Söder: Kanzlerkandidatur geht nur mit der CSU

Mit einer Entscheidung über den CDU-Vorsitz ist nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder allerdings noch nicht über die Kanzlerkandidatur der Union entschieden. "Der Parteivorsitz ist das eine. Aber das andere ist die Kanzlerkandidatur", sagte er in der ARD-Sendung "Anne Will". Diese gehe nur mit der CSU.

Bayerns Ministerpräsident hatte sich in der Vergangenheit mehrfach dafür ausgesprochen, zügig über den Parteivorsitz zu entscheiden - allerdings losgelöst von der Kanzlerkandidaten-Frage der Union. Denn einen Kanzlerkandidaten sollte man nicht anderthalb Jahre bis zur Bundestagswahl durchs Land schicken. "Also macht es keinen Sinn, den Kanzlerkandidaten jetzt zu benennen, der dann ständig eine Art Nebenregierung führt."

Markus Söder, CSU-Vorsitzender, zum CDU-Vorsitz und der Unions-Kanzlerkandidatur
tagesschau 12:00 Uhr, 17.02.2020

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Vorschlag: Gemeinsame Präsidiumssitzung

In einer Sitzung des CSU-Vorstands rief er seine Partei auf, sich in der Debatte über den neuen CDU-Vorsitzenden neutral zu verhalten. Alle drei Bewerber seien geeignet, die CSU solle deshalb keine Namen nennen, sagte Söder nach Teilnehmerangaben. Auch er selber wolle sich nicht festlegen.

Vor der Sitzung plädierte Söder bereits für eine zeitnahe gemeinsame Präsidiumssitzung der Unionsparteien. "Das wäre ein Angebot, um einfach mal die strategischen Erwägungen zu besprechen. Denn wir müssen jenseits der Personalfrage dringend darüber reden, wie die Strategiefragen zu diskutieren sind."

Angesprochen auf die im Raum stehende Teamlösung sagte Söder: "Natürlich müssen alle dabei sein." Es könne auf niemanden verzichtet werden. "Es geht immer nur im Team." Söder bekräftigte zudem, die Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dürfe nicht verkürzt werden. Sie habe im In- und Ausland eine hohe Akzeptanz. "Deshalb wäre es ein Fehler, da zu tricksen."

CSU und Junge Union machen Tempo

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer hatte vor einer Woche auf eine Kanzlerkandidatur verzichtet und erklärt, Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur müssten aus ihrer Sicht am Ende wieder in einer Hand liegen. Sie werde deshalb nur noch so lange CDU-Vorsitzende bleiben, bis die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur getroffen sei, und das Parteiamt dann "in die entsprechenden Hände abgeben".

Ursprünglich hatte Kramp-Karrenbauer eine Entscheidung beim Bundesparteitag im Dezember favorisiert. Vor allem Unionspolitiker aus Ländern, in denen Wahlen anstehen, drängten allerdings auf eine rasche Entscheidung.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat es weniger eilig. Im ZDF verwies er auf komplizierte Klärungen. "Deswegen müssen wir uns jetzt auch Zeit nehmen, und wir müssen es in Ruhe machen."

Über dieses Thema berichtete der Bericht aus Berlin am 16. Februar 2020 um 18:30 Uhr und das ARD-Morgenmagazin am 17. Februar 2020 um 07:09 Uhr.

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