Helge Braun | dpa

Derzeitiger Kanzleramtschef Braun als Kandidat für CDU-Vorsitz im Gespräch

Stand: 10.11.2021 11:46 Uhr

Im Rennen um den CDU-Vorsitz deutet sich weitere Bewegung an: Aus Hessen kommt der Vorschlag, der derzeitige Kanzleramtschef Braun solle kandidieren. Am Freitag will der Landesvorstand über die Nachfolge von Laschet beraten.

Im Machtkampf um die künftige CDU-Spitze ist ein neuer Name ins Gespräch gebracht worden: Der hessische CDU-Politiker Michael Meister schlägt den bisherigen Kanzleramtschef Helge Braun als neuen Bundesvorsitzenden vor. "Helge Braun ist ein kluger Kopf mit Ideen für die Zukunft. Er kann präzise Botschaften formulieren und durchdringt komplexe Sachverhalte", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Auch die Nachrichtenagentur dpa berichtet, dass es in der hessischen CDU entsprechende Sondierungen gebe. Demnach soll Braun die Unterstützung des hessischen CDU-Vorsitzenden Volker Bouffier für eine Kandidatur als Nachfolger des scheidenden Parteichefs Armin Laschet haben. Ob Braun tatsächlich kandidieren werde, stehe offenbar noch nicht endgültig fest. Es gebe allerdings Unterstützung für Braun aus allen Teilen der CDU.

Ein Sprecher der Landes-CDU wollte die Informationen nicht bestätigen. Er sagte lediglich, bei einer Landesvorstandssitzung am Freitag werde über den Vorsitz der CDU Deutschlands beraten. Auch der "Spiegel" berichtete über die mögliche Personalie Braun und die für Freitag geplante Sitzung.

Bisher werden nur NRW-Politiker gehandelt

Nach dem Debakel der Union bei der Bundestagswahl will die CDU sich personell neu aufstellen. Seit Samstag können Bewerber für den Parteivorsitz nominiert werden. Offiziell hat noch niemand seine Kandidatur erklärt. Bisher gelten vor allem die nordrhein-westfälischen Politiker Friedrich Merz, Norbert Röttgen, Jens Spahn und Ralph Brinkhaus als mögliche Anwärter für die Nachfolge von Parteichef Armin Laschet.

In etlichen Landesverbänden gibt es aber Unmut darüber, dass nur Politiker aus Nordrhein-Westfalen gehandelt werden. Braun kommt aus Hessen. Der neue Parteichef soll am 21. Januar auf einem Parteitag in Hannover gewählt werden, die Mitgliederbefragung darüber ist für Dezember geplant.

"Hoffe auf ein Kandidatenfeld mit echten Alternativen"

In der CDU wurde nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und des Magazins "Spiegel" als Indiz für das Interesse Brauns am Parteivorsitz ein Interview in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Wochenende genannt. Dort hatte Braun gesagt: "Ich hoffe für eine spannende Mitgliederbefragung auf ein Kandidatenfeld mit echten Alternativen."

Er betonte auch die Bedeutung des Zusammenhalts von CDU und CSU: "Wenn die Union nicht geschlossen ist, kann sie nicht erfolgreich sein. Und wenn CDU und CSU uneins sind, geht der Riss immer auch durch die CDU, weil es bei uns auch viele Freunde der CSU gibt." Auf die Frage, ob das auch mit dem CSU-Chef möglich sei, sagte Braun der Zeitung: "Selbstverständlich ist ein Schulterschluss mit Markus Söder möglich."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. November 2021 um 10:45 Uhr.