Das CDU-Logo in der Fensterfront des Konrad-Adenauer-Hauses in Berlin | CLEMENS BILAN/EPA-EFE/Shuttersto

Rennen um CDU-Vorsitz Kandidaten präsentieren sich online

Stand: 28.09.2020 18:35 Uhr

Live im Internet übertragene Diskussionen und Einzelgespräche und von jedem eine persönliche E-Mail - so wollen die drei Bewerber um den CDU-Vorsitz die Parteibasis für sich gewinnen. Ob auch ein TV-Streitgespräch kommt, ist noch offen.

Die CDU hat entschieden, wie die drei Bewerber um den CDU-Vorsitz sich und ihre Pläne der Basis vorstellen werden. Bei einem Treffen mit der derzeitigen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer im Konrad-Adenauer-Haus einigten sie sich auf eine Mischung verschiedener Formate.

Gewählt wird dann auf einem Parteitag am 4. Dezember in Stuttgart. Es kandidieren NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen.

Diskussionsrunden live im Netz

Geplant sind zwei im Internet übertragene gemeinsame und öffentliche Live-Gespräche - eines in der ersten Novemberwoche und ein weiteres in der letzten Novemberwoche. Die jeweils etwa 90 Minuten dauernden Diskussionen sollen ohne Publikum in der Parteizentrale stattfinden und live sowie öffentlich im Internet übertragen werden. Parteimitglieder sollen vorab Fragen an die Kandidaten stellen.

Zusätzlich soll es drei rund 60-minütige individuelle CDU-interne Live-Gespräche im Internet geben, bei denen die Kandidaten einzeln von den Parteimitgliedern vorab oder live befragt werden können. Diese Diskussionsrunden sollen zwischen dem 16. und 20. November organisiert werden.

Außerdem wollen sich die Kandidaten in der zweiten Novemberwoche jeweils persönlich in einer Mail an die Parteimitglieder wenden. Zusätzlich soll es auf der CDU-Internetseite Informationen über Kandidaten und Wahlverfahren geben.

Auf Veranstaltungen mit Publikum verzichten die Bewerber wegen der Corona-Pandemie. Noch nicht ganz ausgeschlossen ist, ob sie sich in einem TV-Streitgespräch gegenüberstehen werden, wie es Röttgen gefordert hatte.

"Wir alle wollen jeweils das Beste für die CDU"

Während Laschet und Merz vor und nach dem Treffen in der Parteizentrale wortkarg blieben, sprach Röttgen im Anschluss von einem guten, sachlichen Gespräch. Bei seiner Ankunft warb er für ein respektvolles, transparentes und öffentliches Verfahren . Alle CDU-Mitglieder sollten "die Akzentunterschiede, die es gibt, die auch gut sind für eine Partei, auch mitbekommen". Röttgen betonte: "Wir alle wollen jeweils das Beste für die CDU."

Kramp-Karrenbauer zufolge verlief das Gespräch konstruktiv. "Die Partei will einen fairen Wettbewerb. Ich bin mir sicher, dass das mit den drei Kandidaten und den besprochenen Formaten gut gelingt." CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak betonte, die Parteizentrale werde nun intensiv mit der Detailplanung der Veranstaltungen beginnen. "Die digitalen Formate sind eine sehr gute Lösung - in Zeiten von Corona -, um allen Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, mit den Kandidaten zu diskutieren."

Brinkhaus hofft auf einvernehmliche Entscheidung

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus warnte vor den Folgen einer Kampfkandidatur. "Andere Parteien definieren sich über Flügel und deren Streitigkeiten. Die Union trägt das Gemeinsame schon im Namen", sagte er "Zeit online". Gerade in der Krise brauche man Einigkeit. "Denn es geht um Deutschland, nicht um Parteien oder einzelne Egos." Die Union wolle wieder die nächste Bundesregierung anführen und Politik gestalten. "Das gemeinsame Ziel muss wichtiger sein als ein paar Sekunden Redezeit Einzelner in den Abendnachrichten."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. September 2020 um 14:00 Uhr.