Regionalkonferenz Lübeck: Merz, Kramp-Karrenbauer und Spahn  | Bildquelle: dpa

CDU-Regionalkonferenz Ein munterer Dreikampf

Stand: 15.11.2018 21:27 Uhr

Drei Kandidaten. Zehn Minuten Redezeit für jeden, danach Frage-Antwort-Spiel. Die Kulturrevolution der CDU beginnt in der hippen Kulturwerft in Lübeck. Die CDU sucht den Merkel-Nachfolger - und ein Thema dominiert.

Von Wenke Börnsen, tagesschau.de

Nächste Woche kommt Fools Garden und einen Tag später Lotto King Karl. Heute ist die CDU da. Genauer: Drei Kandidaten und rund 800 Parteimitglieder und Anhänger. Kulturrevolution in der Kulturwerft Gollan in Lübeck - oder auch: Regionalkonferenz der CDU zur Vorstellung der Bewerber für den Parteivorsitz. Die erste von insgesamt acht bis zum großen Finale auf dem CDU-Parteitag Anfang Dezember. Alles unter dem Motto: "Demokratie erleben. Zukunft gestalten."

Kandidaten für CDU-Vorsitz stellen sich bei Regionalkonferenz in Lübeck vor
tagesschau 12:00 Uhr, 16.11.2018, Judith Pape, NDR

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Zuerst wird ausgelost

Nach 18 Jahren Merkel müsste die CDU eigentlich etwas eingerostet sein, was parteiinterne Wahlkämpfe angeht - doch was dann kommt, ist ein munteres Frage-Antwort-Spiel. Zunächst aber wird ausgelost, ein Zahnputzwecker regelt die Redezeit, es gibt einen Fragetisch und eine Art "Spielführerin".

Bloß kein Trauma wie bei der SPD

Annegret Kramp-Karrenbauer ist die Nummer eins, sie hat die ersten zehn Minuten Redezeit. Sie spricht von der Erneuerung der CDU, die aber kein Selbstzweck sei. "Wir müssen zu neuer Stärke kommen." 26 Prozent seien für eine Volkspartei kein Maß. "Wir müssen wieder mehr Menschen von uns überzeugen." Auffallend viel Raum räumt sie dem Thema Sicherheit ein. "Seit dem Herbst 2015 haben die Menschen Zweifel, ob die CDU noch die Partei der Inneren Sicherheit ist." Der Unions-Streit um die Flüchtlingspolitik dürfe aber nicht zum Trauma werden, wie es die Agenda 2010 für die SPD geworden sei. Daher müsse man sich nach der Wahl des neuen Vorsitzenden zusammensetzen und "endgültig klären, wie wir den Herbst 2015 beurteilen" und daraus Lehren ziehen, sagt Kramp-Karrenbauer.

Die Suche nach dem Markenkern

Ähnlich kritisch blicken auch Merz und Spahn auf die Flüchtlingspolitik 2015 zurück - als einen Grund für den Aufstieg der AfD. Den Themen Rechtsstaat und Innere Sicherheit messen alle drei Kandidaten in ihren Vorstellungsreden große Bedeutung bei. Das Wort vom Markenkern fällt mehrfach. "Die CDU muss die Partei sein, die wieder für einen funktionsfähigen und durchsetzungsfähigen Rechtsstaat steht", sagt Friedrich Merz, die Nummer zwei an diesem Abend. Der Politikrückkehrer freut sich explizit, "wieder dabei zu sein", dankt Merkel für 18 Jahre und sagt im nächsten Atemzug, dass die Umfragen schlecht seien. Dann nennt er mehrere Punkte, wie er die CDU wieder in bessere Zeiten führen will.

Regionalkonferenz Lübeck: Friedrich Merz | Bildquelle: REUTERS
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Er freut sich, wieder dabei zu sein: Politikrückkehrer Merz in Lübeck.

Regionalkonferenz Lübeck: Annegret Kramp-Karrenbauer | Bildquelle: REUTERS
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"Wir müssen zu neuer Stärke kommen", sagt Kramp-Karrenbauer

Kampf gegen AfD

Merz bekennt sich zu einer sozialen und ökologischen Wirtschaftspolitik. Und er betont, die CDU müsse die Europa-Partei in Deutschland bleiben und dazu beitragen, die Europäische Union aus der Krise zu führen. Am meisten Beifall bekommt er aber für seine Kampfansage an die AfD: "Das traue ich mir zu, die AfD mit ihren Wählern zu halbieren - das geht", sagt er unter großem Beifall. "Nur, wir müssen dazu die Voraussetzungen schaffen." Er halte einen Wiederaufschwung der CDU in den Bereich von 40 Prozent für möglich. Notwendig seien aber "bessere Beteiligungsprozesse von unten nach oben" in der Partei, sagt Merz wie zuvor schon Kramp-Karrenbauer.

Und an die Adresse an derjenigen gerichtet, die unter einem Parteichef Merz einen Kurswechsel nach rechts befürchten, sagt der 63-Jährige: "Die CDU ist eine Volkspartei der Mitte, wir verschieben sie nicht nach links und nicht nach rechts."

Regionalkonferenz Lübeck: Jens Spahn | Bildquelle: REUTERS
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Er will einen "echten Neustart": Kandidat Spahn

Kein "Weiter so", keine Nostalgie

Die CDU habe es auch zugelassen, dass die AfD heute in 16 Landesparlamenten sitze, greift die Nummer drei an diesem Abend - Jens Spahn - den Faden auf. "Wir können sie aber auch wieder verschwinden lassen", ruft der 38-Jährige. Auch er spricht von Erneuerung, von einer CDU als Mitmachpartei. Es dürfe in der CDU weder ein "Weiter so" geben noch Nostalgie, und auch kein Zurück in die Vergangenheit, sondern einen echten Mut zum Neustart. "Darum geht es." Das dürfte wohl auch als Spitze gegen seine Mitbewerber verstanden werden: Kramp-Karrenbauer kämpft gegen das Image als "Merkel 2.0" und Merz bemüht sich, nicht als Mann der Vergangenheit zu gelten. Merz kehrte 2009 der Politik den Rücken, ging in die Wirtschaft - während er, Spahn, sich um die Partei vor Ort gekümmert habe.

In der anschließenden Fragerunde geht es etwa um bezahlbaren Wohnraum, die Lage des deutschen Mittelstands oder eine Steuerreform.

Ein überraschungsfreier Abend

Was bleibt nach diesem ersten Schaulaufen? Große Überraschungen bleiben aus. Kramp-Karrenbauer gibt die erfahrene Regierungschefin und erfolgreiche Wahlkämpferin, die nach der parteiinternen Zuhörtour den Draht zur Basis habe. Merz präsentiert sich als Wirtschaftskopf und kühler Stratege, der die CDU wieder zu Erfolgen führt. Spahn verhaspelt sich zwar ausgerechnet beim Wort "Konservatismus", wirbt dann aber für eine "moderne konservative" CDU. Eine Vorentscheidung ist an diesem Abend sicherlich nicht gefallen. Aber die CDU hat ja auch noch drei Wochen Wahlkampf vor sich.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. November 2018 um 20:00 Uhr.

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