Helge Braun, Norbert Röttgen und Friedrich Merz. | AFP

Braun, Röttgen und Merz CDU-Mitglieder stimmen über Chef ab

Stand: 04.12.2021 11:52 Uhr

Seit heute sind die Mitglieder der CDU erstmals dazu aufgerufen, einen neuen Parteivorsitz zu wählen. Mit den Kandidaten Braun, Merz und Röttgen stehen drei Kandidaten zur Wahl. Ein Ergebnis soll es spätestens im Januar geben.

Nach dem schlechten Ergebnis bei der Bundestagswahl will sich die CDU personell neu aufstellen und hat heute mit einer Mitgliederbefragung über den Nachfolger von Parteichef Armin Laschet begonnen.

Erstmals sollen die rund 400.000 Parteimitglieder eine Vorentscheidung über den Parteivorsitz treffen. Als Kandidaten treten Kanzleramtsminister Helge Braun, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen an. Der als Kanzlerkandidat gescheiterte Laschet stellt sich dagegen nicht mehr zur Wahl.

Stichwahl möglich

Bis zum 16. Dezember können die CDU-Mitglieder online oder per Briefwahl abstimmen, am Tag danach soll das Ergebnis vorgestellt werden. Hat kein Bewerber die absolute Mehrheit, ist eine Stichwahl nötig. In diesem Fall würde eine zweite Abstimmungsrunde am 29. Dezember beginnen und bis zum 12. Januar 2022 dauern.

Die endgültige Entscheidung über den neuen Vorsitzenden sollen dann die 1001 Delegierten bei einem digitalen Parteitag am 21. und 22. Januar treffen. Anschließend muss die Wahl noch per Briefwahl bestätigt werden.

Bei einer gemeinsamen Vorstellungsrunde der drei Kandidaten waren am Mittwoch viele Übereinstimmungen deutlich geworden. Alle drei plädierten etwa dafür, dass die Union mehr Menschen mit Migrationshintergrund einbinden und für Frauen attraktiver werden müsse. Viel Einigkeit gab es auch beim Kampf gegen die Corona-Pandemie, der Klima- und der Außenpolitik. Röttgen und Merz hatten bereits Anfang des Jahres für den Parteivorsitz kandidiert - und damals auf einem Parteitag gegen Laschet verloren.

Laschet will außenpolitischen Schwerpunkt setzen

"Es freut mich, dass jetzt alle Kandidaten für den Parteivorsitz erklären, dass wir das Soziale stärker betonen müssen, dass wir mehr Vielfalt brauchen, dass wir mehr Frauen in Führungsämtern und dass wir mehr Menschen mit Zuwanderungsgeschichte brauchen", sagte Laschet der "Süddeutschen Zeitung". Laschet zog nach der Wahl als einfacher Abgeordneter in den Bundestag ein, dem er bereits von 1994 bis 1998 angehört hatte und will als Bundestagsabgeordneter einen Schwerpunkt in der Außenpolitik setzen.

Die Union hatte bei der Bundestagswahl ein historisch schlechtes Ergebnis erzielt. SPD, Grüne und FDP wollen in den kommenden Tagen die erste Ampel-Koalition auf Bundesebene bilden und die Union damit in die Opposition schicken.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 04. Dezember 2021 um 12:06 Uhr.