Schatten auf der Wand mit dem CDU-Logo | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

CDU sucht neue Führung Speed Dating mit den Kandidaten

Stand: 04.11.2018 16:15 Uhr

Sechs Bewerber gibt es für die Merkel-Nachfolge. Die CDU muss jetzt einen innerparteilichen Wahlkampf organisieren. Der Plan: Die Kandidaten stellen sich auf Regionalkonferenzen vor - eine Art Speed Dating.

In der CDU-Spitze haben die Beratungen über das innerparteiliche Verfahren bis zur Wahl eines Nachfolgers von Parteichefin Angela Merkel begonnen. Am Nachmittag kamen zunächst die Vorsitzenden der CDU-Bundesvereinigungen in der Parteizentrale in Berlin zusammen. Auch das Präsidium sitzt zur Stunde zusammen, die engste Führungsspitze um Merkel. Später soll dann die zweitägige Klausur des CDU-Vorstands beginnen. Dabei steht auch die Vorbereitung auf dem Wahlparteitag Anfang Dezember in Hamburg auf dem Programm.

Klausuren nach Wahlschlappen
tagsthemen 22:45 Uhr, 04.11.2018, Tamara Anthony, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die Partei ist "praktisch wachgeküsst"

Im Vordergrund steht aber natürlich das Prozedere für die Wahl der neuen Parteiführung. Bis zu zwölf Kandidaten gibt es bislang, so viele wie nie bei der CDU. Jetzt muss innerparteiliche Demokratie organisiert werden. Eine Art Wahlkampf bis zum Parteitag. "Das ist ein Prozess, den die CDU lange nicht mehr erlebt hat und der der Bundespartei gut tut", sagte CDU-Vize Armin Laschet. Die Partei mache derzeit den Eindruck, "als sei sie praktisch wachgeküsst worden", ergänzte Vize Thomas Strobl. Es gehe sehr munter zu - dies sei eine große Chance.

Auch CDU-Vize Julia Klöckner unterstützt die Idee als "belebendes Element" für die CDU, ebenso Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther.

Vereinigungen wollen mitreden

Bislang haben drei prominente CDU-Politiker ihre Kandidatur angemeldet, denen ernsthafte Chancen eingeräumt werden, Merkel als Parteichefin zu beerben. Neben Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn ist dies Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Zudem wollen drei weitgehend unbekannte CDU-Mitglieder kandidieren.

Auch die verschiedenen Vereinigungen der Partei wollen die Kandidaten zu Vorstellungsrunden einladen. Bei den Vorstellungsrunden der drei aussichtsreichen Kandidaten wollen die Vorsitzenden der Parteivereinigungen demnach erfahren, "wie sie die Vereinigungen politisch, strukturell und organisatorisch einbinden und stärken wollen, um die Zukunft der Volkspartei CDU zu sichern". Das geht aus einer der dpa vorliegenden gemeinsamen Erklärung hervor. Die Partei hat sieben Vereinigungen. Sie wollen die besonderen Anliegen der von ihnen repräsentierten Gruppen in der Politik der CDU wahren. Das sind: die junge Generation, Frauen, Arbeitnehmer, Kommunalpolitik, Mittelstand, Wirtschaft, Vertriebene und Flüchtlinge sowie die ältere Generation.

Parteizentrale muss sich umorganisieren

Aufgrund ihrer Bewerbung um den CDU-Parteivorsitz will Kramp-Karrenbauer ihre Funktion als CDU-Generalsekretärin bis zum Parteitag im Dezember teilweise ruhen lassen. Daher muss sich die CDU-Zentrale sich umorganisieren. Nach dpa-Informationen aus Parteikreisen werden die Zuständigkeiten für die Social-Media-Kanäle etwa auf Facebook oder bei Twitter zwischen Kramp-Karrenbauer und der Partei klar getrennt. Gleiches gelte für weitere Auftritte im Internet. Zudem gibt die Generalsekretärin den Vorsitz der Antragskommission für den Parteitag Anfang Dezember ab.

Annegret Kramp-Karrenbauer | Bildquelle: dpa
galerie

Generalsekretärin und Kandidatin: Kramp-Karrenbauer

Zu den Änderungen gehört auch, dass zu den Pressekonferenzen nach den Gremiensitzungen der Partei künftig nicht mehr wie bisher üblich die Generalsekretärin kommt. Schon an diesem Montag wird daher Merkel über die Ergebnisse der Klausur informieren.

Als einzige der drei ernstzunehmenden Kandidaten hat sich Kramp-Karrenbauer bislang noch nicht zu ihrer Kandidatur geäußert. Erst nächste Woche will sie ins Rennen einsteigen. Ihre Konkurrenten - Politik-Rückkehrer Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn - haben beide bereits öffentliche Bewerbungsrunden hinter sich. Merz in Form einer Pressekonferenz, Spahn in mehreren Gastbeiträgen in Zeitungen sowie einem Werbefilmchen in den sozialen Netzwerken.

Vor allem Spahn sprach in seinen Bewerbungsreden Klartext und dürfte sich dabei vor allem an seine Unterstützer in konservativen und Merkel-kritischen CDU-Kreisen gewendet haben. Er maß der Migrations- und Flüchtlingspolitik einen zentralen Stellenwert zu, was verschiedene CDU-Schwergewichte zum Anlass genommen haben, vor einem Rechtsruck der Partei zu warnen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. November 2018 um 17:15 Uhr.

Darstellung: