Jens Spahn und Armin Laschet | dpa

Machtkampf bei der CDU Laschet will Parteichef werden - Spahn Vize

Stand: 25.02.2020 09:35 Uhr

Im Rennen um den CDU-Parteivorsitz kommt Bewegung. Laschet kandidiert - und will Spahn zum Vize machen. Auch Merz greift heute in das Geschehen um die Nachfolge von Kramp-Karrenbauer ein.

Lange hielten sich die gehandelten Kandidaten bedeckt, jetzt kommt Bewegung in das Rennen um den CDU-Vorsitz. Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet kandidiert für den Posten, wie er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn mitteilte.

Spahn kandidiert nicht für die Nachfolge von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Laschet will ihn im Falle seiner Wahl als Parteichef als Stellvertreter vorschlagen.

Absprache per Telefonkonferenz

Laschet erklärte laut der Nachrichtenagentur dpa in einer Telefonkonferenz mit der Führung der nordrhein-westfälischen CDU seine Bereitschaft, sich um den CDU-Vorsitz zu bewerben. Er habe betont, dass alles für eine Teamlösung mit vorherigen Absprachen getan worden sei, es nun aber Klarheit geben müsse. Die Union müsse auch nach der kommenden Bundestagswahl die zentrale politische Kraft der Mitte sein.

Spahn erklärte demnach in der Telefonkonferenz, es brauche eine integrative Persönlichkeit als Parteichef. Laschet habe in Nordrhein-Westfalen gezeigt, dass er Konservative, Soziale und Liberale in einer Mannschaft zusammenführen könne. Laschet habe eine Wahl gewonnen und regiere erfolgreich das größte Bundesland. Deshalb unterstütze er dessen Kandidatur.

Für diesen gemeinsamen Schritt gab es den Kreisen zufolge in der Spitze der NRW-CDU viel Unterstützung. Es wurde von Teilnehmern als starkes Signal für eine Neuaufstellung der Partei gewertet.

Auch Merz will kandidieren

Bislang gab erst CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen seine Kandidatur bekannt. Am Vormittag will aber auch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz erklären, dass er antritt.

Kramp-Karrenbauer hatte am Montag angekündigt, dass sich mögliche Kandidaten noch in dieser Woche erklären wollen. Gewählt wird die neue Parteispitze auf einem Sonderparteitag am 25. April in Berlin.

Norbert Röttgen | dpa

Der frühere Bundesumweltminister Norbert Röttgen hatte als Erster seine Kandidatur angekündigt. Bild: dpa

"Teamlösung" ist damit vom Tisch

Mit den Bewerbungen steht fest, dass die CDU erneut in einer Kampfkandidatur über ihren künftigen Parteivorsitz entscheiden wird. Eine einvernehmliche "Teamlösung" mit vorherigen Absprachen scheint vom Tisch.

Nach Einschätzung von ARD-Hauptstadtkorrespondentin Kristin Joachim ergibt die Absprache zwischen Laschet und Spahn Sinn: "Es war durchaus ein cleverer Schachzug von Laschet, Spahn mit ins Team zu holen, weil er damit einen großen Teil der NRW-CDU hinter sich vereinen kann." Die Führungsfrage sei damit aber auch zu einem Richtungsstreit in der Partei geworden: "Spahn und Laschet stehen für eine CDU der Mitte, Merz für eine CDU, die einen deutlich konservativeren Weg geht."

Röttgen begrüßt Kampfkandidatur

Röttgen begrüßte die Entwicklung: "Mein Eindruck war, es soll irgendwie gesprochen werden hinter verschlossenen Türen - und auf einmal regeln sich alle Fragen", sagte der frühere Bundesumweltminister, der seine Kandidatur vor einer Woche als Erster angekündigt hatte, am Montagabend im ZDF. "Ich glaube, dass das dem Ernst der Lage nicht gerecht geworden wäre. Es wird ja jetzt auch anders sein."

Merz bekräftigte bei einem Auftritt in Mecklenburg-Vorpommern, er wolle "einen Beitrag leisten", die Herausforderungen der nächsten Jahre zu meistern. Die Hamburger Wahl, bei der die CDU auf ein Rekordtief von 11,2 Prozent abgestürzt war, sei ein "Desaster" für die CDU, sagte er am Montagabend bei einer CDU-Veranstaltung in Ueckermünde. Die Analyse zeige, dass die Grünen wahrscheinlich der Hauptgegner der CDU bei den nächsten Bundestagswahlen seien. "Und da freu ich mich schon drauf."

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Moderation 25.02.2020 • 10:32 Uhr

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