Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen | Bildquelle: BILAN/JEON/BECHER/EPA-EFE/REX

CDU-Kandidaten auf der Suche Er sucht sie

Stand: 06.03.2020 03:26 Uhr

Mit ihrem ganz eigenen Stil werben die drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz derzeit um Frauen an ihrer Seite. Die Suche läuft - bislang mit überschaubarem Erfolg.

Von Kristin Schwietzer, ARD-Hauptstadtstudio

Die Kontaktanzeige könnte ungefähr so lauten: "Er - Mitte 50 bis Anfang 60 aus NRW sucht sie - Frau aus dem Osten, konservativ - für gemeinsame Stunden im Konrad-Adenauer-Haus. Kleine Vorwarnung: Dabei könnte es auch mal ungemütlich werden." Der Haken an der Sache: In Hoyerswerda, Templin, Jerichow oder irgendwo im Thüringer Wald sind CDU-Frauen für diesen Job nur schwer zu finden. Zumal auch die Herren noch nicht wissen, ob sie den überhaupt wirklich vergeben können. Nur eins steht fest: Sie sind alle Alphatiere.

Merz, der Frauenversteher?

Einer von ihnen hat schon einen Fanclub auf Facebook: "Wir Frauen für Friedrich Merz". Sie wollen mit ihm den Aufbruch wagen. Sie mögen den Mann mit Ecken und Kanten. Einer, der sich auf dem internationalen Parkett bewegen kann. "Von den Kandidaten besitzt er alleine das Format mit Putin, Trump und Erdogan auf Augenhöhe zu verhandeln", schwärmt Anette Carius aus Oestrich-Winkel. Merz, der Frauenversteher?

Zuletzt agierte er allerdings für manche Frauen eher befremdlich. Bei seinem Auftritt im Berliner Ballhaus ließ er zudem kurz den Chauvi raushängen. Sein Witz über Sturmtiefs mit Frauennamen kam in der Frauen-Union nicht so gut an. Annette Widmann-Mauz, die Vorsitzende der Frauen-Union fragte: "Muss man das kommentieren?" Und auf seinen Vorschlag, "die Zahl der weiblichen Mandatsträger auf den Level zu heben, der dem Anteil der weiblichen Mitglieder von rund 25 Prozent entspricht", erntete Merz einen trockenen Tweet: "CDU Statut §15 II: 'Frauen sollen an Parteiämtern in der CDU und an öffentlichen Mandaten mindestens zu einem Drittel beteiligt sein.'" Es besteht offensichtlich erheblicher Gesprächsbedarf. Die Frauen-Union lud die drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz bereits zum Gespräch ein.

Röttgen kündigt Dame an seiner Seite an

Kandidat Nummer zwei kommt bei der Frauen-Union besser an. In seinem Kreisverband Rhein-Sieg sind sie Feuer und Flamme für "ihren Norbert": "Seine hohe internationale Kompetenz und Vernetzung, seine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem christlich-demokratischen Grundgedanken der CDU und seine Nähe zu den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger, all das sind grundlegende und wertvolle Voraussetzungen, die Norbert Röttgen zum hervorragenden Kandidaten für das Amt des CDU-Bundesvorsitzenden machen. Wir freuen uns über seine Kandidatur", sagte Monika Grünewald, die Vorsitzende der Frauen-Union im Rhein-Sieg-Kreis.

"Muttis Klügster" - der Frauenschwarm? Zumindest einer, der nicht lange fackelt. Während sich vergangene Woche die Konkurrenz bei der Vorstellungskür in der Bundespressekonferenz die Klinke in die Hand gegeben hatte, war Röttgen schon einen Schritt weiter. Mitten in die Vorstellungsrunde des Männerteams Laschet/Spahn schrieb er auf Twitter: "Die zweite Person in meinem Team wird eine Frau sein." Der Rest blieb eine mysteriöse Ankündigung. Auch der Name ist noch offen.

Laschet kanzelt Konkurrenz ab

Und der dritte im Bunde? Armin Laschet ist bei der Damenwahl zögerlich. Vor der versammelten Hauptstadtpresse witzelte er: Er habe jetzt erst einmal Jens Spahn an seiner Seite. Frauen werde er selbstverständlich in sein Team berufen, auf welche Position, lässt er offen. Laschet, der Taktierer.

Er versucht lieber, erst einmal die männliche Konkurrenz in die Ecke zu stellen. Das Gebaren der beiden anderen Herren erinnere an die 1990er-Jahre. Per Interview in der "Bild" kanzelte Laschet die Konkurrenzen Merz und Röttgen kurzerhand zur "Old-School-CDU" ab. In der Sache zeigt er sich offen für eine bessere Geschlechter-Verteilung bei den Listenplätzen für Wahlen. Auch für das Team im Kampf um die künftige Kanzlerschaft will er sich noch Frauen suchen.

Ein paar Bewerberinnen soll es bereits geben. Wer das sein könnte, ist nicht bekannt. Eine Frau aus dem Osten wird es wohl kaum werden. Es fehlen offenbar im Moment Frauen, die auf Führungspositionen nachrücken wollen und können. Nach der Ära Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer und Ursula von der Leyen ein weiteres Problem für die Partei.

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