Ein Stop-Schild steht vor einem Wahlkampfplakat der CDU mit Armin Laschets Konterfei. | REUTERS

CDU nach Bundestagswahl "Der Osten hat die Wahl entschieden"

Stand: 02.10.2021 03:23 Uhr

Bei der Union geht nach der Bundestagswahl das Wundenlecken weiter. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff stellt fest, der Osten habe die Wahl entschieden. CDU-Präsidiumsmitglied Röttgen fordert einen umfassenden Erneuerungsprozess.

Nach der Wahlniederlage für die Union bei der Bundestagswahl hat CDU-Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen personelle Konsequenzen und einen Neuanfang gefordert. Dies müsse schnell geschehen, egal ob die Union an der nächsten Regierung beteiligt sein werde oder nicht, sagte Röttgen dem "Tagesspiegel". 

Man müsse jetzt ehrlich das aussprechen, was ohnehin jeder wisse: "Die fehlende Akzeptanz des Kandidaten war der Hauptgesprächsgegenstand im Wahlkampf. Das weiß auch Armin Laschet." Allerdings reiche es jetzt nicht, "nur eine Person auszuwechseln". Der Erneuerungsprozess müsse umfassend sein: "Partei, Fraktion, Inhalte, Kommunikation, Personal."

Karliczek mahnt zur Geschlossenheit

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", im Falle eines Ganges der Union in die Opposition müsse "alles auf den Prüfstand". Da seien sich "alle einig". Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) mahnte derweil zur Geschlossenheit. "Von Ränkespielen hat am Ende niemand etwas", sagte sie der Funke-Mediengruppe.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl forderte eine gründliche Aufarbeitung der Wahlniederlage. "Ganz unabhängig davon, wie die Sondierungsgespräche oder Koalitionsverhandlungen ausgehen, müssen und werden wir uns das Wahlergebnis ganz genau anschauen und analysieren", sagte der baden-württembergische Innenminister den Funke-Zeitungen.

Haseloff: "Der Osten hat die Wahl entschieden"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sieht Ostdeutschland als entscheidend für das schlechte Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl an. "Der Osten hat die Wahl entschieden", sagte er der "Rheinischen Post". "Hätte die CDU im Osten nicht zehn Prozentpunkte unter dem Westen abgeschnitten, wäre die Union als Siegerin aus den Bundestagswahlen hervorgegangen."

Haseloff hatte sich bei der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union für CSU-Chef Markus Söder ausgesprochen und unter anderem mit dessen hohen Popularitätswerten argumentiert. "Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, wer im Osten besser ankommt", sagte Haseloff nun der Zeitung. Nicht nur das Programm sei wichtig, "sondern auch das Vertrauen in Personen".

"Wir haben es bei der Bundestagswahl mit einem Ereignis zu tun, das genauestens ausgewertet werden muss", sagte dazu Haseloff. Er gab sich aber zuversichtlich: "Die starken Volksparteien CDU und CSU werden das, wie so vieles Andere zuvor, vernünftig auflösen. Diese Wahl ist für uns kein Weltuntergang, wenn wir die richtigen Schlüsse aus ihr ziehen."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. Oktober 2021 um 09:20 Uhr.