Blick auf die Stiefel eines Angehörigen der Bundeswehr | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Wegen Terrorverdachts Zwei Ex-Bundeswehrsoldaten festgenommen

Stand: 20.10.2021 09:22 Uhr

Zwei frühere Soldaten der Bundeswehr sind nach Angaben der Bundesanwaltschaft wegen Terrorverdachts festgenommen worden. Demnach wollten die Männer eine Söldnertruppe aufbauen, die im Jemen eingreifen sollte.

Die Bundesanwaltschaft hat zwei ehemalige Soldaten der Bundeswehr festnehmen lassen. In einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft heißt es, gegen die beiden Männer bestehe der "dringende Tatverdacht", dass sie "als Rädelsführer" eine "terroristische Vereinigung" gründen wollten.

Demnach hätten die Verdächtigen Anfang des Jahres den Plan ausgearbeitet, eine bis zu 150 Mann starke Söldnertruppe aufzubauen. Diese sollte vorrangig aus weiteren ehemaligen Bundeswehrsoldaten sowie früheren Polizisten bestehen. Laut Bundesanwaltschaft hatte einer der beiden Festgenommenen bereits Kontakt zu mindestens sieben Personen aufgenommen, um für einen Beitritt zu der paramilitärischen Gruppe zu werben.

Söldner sollten Jemen unter Zwang "befrieden"

Die Söldnertruppe sollte demnach im Jemen eingreifen - mit dem Ziel, Friedensbemühungen im seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen und Saudi-Arabien zu erzwingen, teilte die Bundesanwaltschaft weiter mit. Jedes Mitglied sollte pro Monat einen Söldnerlohn von bis zu 40.000 Euro erhalten.

Finanziert werden sollte die Truppe über private Geldgeber, vorrangig wohl Saudi-Arabien. Doch trotz offenbar hartnäckiger Versuche, bei der saudi-arabischen Regierung finanzielle Unterstützung zu bekommen, kam von der Regierung keine Reaktion - doch die deutschen Ermittlungsbehörden wurden aufmerksam. Schon der Versuch, eine Privatarmee aufzustellen, ist eine Straftat. Außerdem untersucht die Bundesanwaltschaft, ob es Terrorpläne der beiden Männer gab.

Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, dass ihnen bewusst gewesen sei, dass ein Einsatz solcher Söldner auch mit Tötungsdelikten und dem Tod von Zivilisten im Jemen einhergegangen wäre. Langfristig hätten die Dienste der Söldner über ein privates Militärunternehmen auch in weiteren Konfliktregionen angeboten werden sollen.

Bundeskriminalamt ermittelt

Die beiden Ex-Soldaten sind 52 und 60 Jahre alt. Arend-Adolf G. und Achim A. sollen im Laufe des Vormittags dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden, der über den Vollzug der Haftbefehle entscheidet.

Die Verdächtigen wurden in den frühen Morgenstunden im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sowie in München festgenommen, wobei die polizeilichen Ermittlungen in den Händen des Bundeskriminalamts liegen. Seit dem Morgen werden zudem mehrere Wohnungen und Gebäude durchsucht, darunter die Wohnungen der beiden Festgenommenen sowie die Wohnungen von vier weiteren, nicht tatverdächtigen Personen.

Mit Informationen von Holger Schmidt, ARD-Terrorismusexperte

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Oktober 2021 um 09:00 Uhr.