Bundeswehr-Soldaten üben mit dem G36-Gewehr | Bildquelle: dpa

Nachfolgesuche für G36 Alle Sturmgewehre versagen im Test

Stand: 14.10.2018 10:28 Uhr

Wegen vermeintlicher Mängel wird das Sturmgewehr G36 bei der Bundeswehr ausgemustert. Doch die Suche nach einem Nachfolgemodell ist schwierig. Offenbar sind alle angebotenen Gewehre bei Tests durchgefallen.

Die Bundeswehr hat einem Zeitungsbericht zufolge Probleme bei der Anschaffung neuer Sturmgewehre. Bei ersten Tests der angebotenen Gewehre habe keines den Anforderungen genügt, berichtete die "Welt am Sonntag".

Demnach habe "keines der angebotenen Produkte alle durch den öffentlichen Auftraggeber zwingend geforderten Leistungen erfüllt". Zu diesem Urteil sei das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr nach Vergleichserprobungen von Gewehren verschiedener Hersteller gekommen.

Soldaten mit Gewehren vom Typ G36 von Heckler&Koch. | Bildquelle: dpa
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Das Aus für das G36 ist beschlossen.

Firmen müssen nachbessern

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte 2015 entschieden, das Standard-Sturmgewehr G36 auszumustern und durch ein Nachfolgemodell zu ersetzen. Expertengutachten hatten zuvor Präzisionsmängel unter bestimmten Bedingungen etwa bei extremen Außentemperaturen festgestellt. Ein Gericht urteilte 2016 jedoch, das Sturmgewehr weiche nicht von der vertraglich vorausgesetzten Beschaffenheit ab.

Wie die Zeitung berichtete, stellte sich bei den Tests "wider Erwarten heraus, dass die Erfüllung einzelner Muss-Forderungen durch die vorgestellten Sturmgewehre nicht erbracht werden konnte". Den Unternehmen wurde dem Bericht zufolge eine Frist bis zum 15. Februar 2019 eingeräumt, um die Mängel zu beseitigen. Anschließend müssten die Gewehre erneut geprüft werden. Dadurch verzögere sich das Projekt nach Angaben der Behörde um etwa acht Monate.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Oktober 2018 um 09:00 Uhr.

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