Bundeswehrsoldaten beim Gelöbnis in der Clausewitz-Kaserne in Sachsen-Anhalt. | Bildquelle: dpa

Bundeswehr Gelöbnis im Corona-Modus

Stand: 20.07.2020 09:41 Uhr

Wenig neue Rekruten, keine Gäste, keine Reden und viel Abstand: Das öffentliche Gelöbnis der neuen Bundeswehrrekruten fällt wegen Corona in diesem Jahr erheblich kleiner aus.

Von Birgit Schmeitzner, ARD-Hauptstadtstudio

Vor einem Jahr waren es 400 Rekruten - heute sind es gerade mal 15 Männer und Frauen, die in Berlin ihren Diensteid ablegen. Die Corona-Epidemie gibt Hygiene- und Abstandsregeln vor. Deswegen ist die Veranstaltung klein gehalten. Es gibt keine Gäste und keinen Gastredner bei dem feierlichen Appell auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums.

Rekruten schwören, der Bundesrepublik treu zu dienen

Die Soldatinnen und Soldaten kommen aus drei Bereichen: von der Marinetechnikschule in Parow bei Stralsund, dem Wachbataillon im Verteidigungsministerium und vom Luftwaffenausbildungsbataillon in Roth bei Nürnberg. Sie verpflichten sich öffentlich, "der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen". Wehrdienstleistende legen dabei ein Gelöbnis ab, Soldaten auf Zeit einen Eid.

Gedenken an NS-Widerstand

Das Datum, der 20. Juli, erinnert an das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler im Jahr 1944. Dieser Widerstand hat das Traditionsverständnis der Bundeswehr geprägt. Das Konzept der Inneren Führung besagt, dass es unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, ja sogar die Pflicht zum Widerstand gibt. Und so gehört zu diesem Gelöbnis-Tag auch das Erinnern an die Hitler-Attentäter.

Vor dem Gelöbnis wird Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im Ehrenhof der Gedenkstätte Deutscher Widerstand für eine Schweigeminute innehalten. Zuvor nimmt sie in Plötzensee an einer Gedenkveranstaltung teil. Nach einer ökumenischen Andacht spricht sie die Begrüßungsworte, und sie wird auch einen Kranz niederlegen. Die Gedenkrede hält der Enkel des Hitler-Attentäters Graf von Stauffenberg, Philipp von Schulthess.

In Plötzensee befanden sich ein Strafgefängnis und eine Hinrichtungsstätte. In den Jahren 1933 bis 1945 wurden dort fast 3000 Menschen nach Unrechts-Urteilen der NS-Justiz getötet. 89 von ihnen werden der Widerstandsgruppe um Graf von Stauffenberg zugeordnet oder haben sie unterstützt.

Rekruten-Gelöbnis in Berlin zum 20. Juli
Birgit Schmeitzner, ARD Berlin
20.07.2020 09:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 20. Juli 2020 um 09:07 Uhr.

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Birgit Schmeitzner, BR

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