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Bundeswehr Rechtsextreme Chatgruppe enttarnt

Stand: 27.11.2020 19:08 Uhr

In der Bundeswehr ist eine rechtsextreme Chatgruppe aufgeflogen. 26 Soldaten werden beschuldigt, sich antisemitisch geäußert zu haben. Das erfuhr das ARD-Hauptstadtstudio aus einem internen Schreiben.

Die Bundeswehr ermittelt gegen 26 Soldaten wegen extremistischer Äußerungen in einer Chatgruppe. Das erfuhr das ARD-Hauptstadtstudio aus Fraktionskreisen des Bundestages.

Das Verteidigungsministerium hatte in einem Schreiben die Obleute des Verteidigungsausschusses darüber informiert, dass es in dem Chat um pornographische, gewaltverherrlichende, antisemitische und rechtsextremistische Inhalte gegangen sei.

Dienstverbote gegen drei Soldaten

Die Beschuldigten sind demnach 16 Unteroffiziere und zehn Mannschaftsdienstgrade. Viele der Soldaten kämen aus dem Versorgungsbatallion 141 im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge.

Die Vorgesetzten hätten unmittelbar nach Bekanntwerden Ermittlungen eingeleitet, sowie die Wehrdisziplinaranwaltschaft, die Staatsanwaltschaft sowie den Militärischen Abschirmdienst (MAD) eingeschaltet, heißt es in dem Bericht an die Obleute. In drei Fällen sei bereits ein Dienstverbot ausgesprochen worden. Die Soldaten seien suspendiert worden und dürften keine Uniform mehr tragen.

700 rechtsextreme Verdachtsfälle

In der Vergangenheit hatten immer wieder rechtsextreme Umtriebe von Bundeswehrsoldaten für Schlagzeilen gesorgt. Der MAD geht mehr als 700 rechtsextremistischen Verdachtsfällen in der Truppe nach.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 27. November 2020 um 19:33 Uhr.