Angela Merkel spricht im Bundestag | Bildquelle: AP

Generaldebatte im Bundestag Kein Kaffeekränzchen

Stand: 27.11.2019 07:35 Uhr

Um das Rezept für Kirschkuchen ging es 2003 im Rededuell zwischen Oppositionschefin Merkel und Kanzler Schröder - doch ein Kaffeekränzchen ist die Generaldebatte im Bundestag noch nie gewesen.

Von Franka Welz, ARD-Hauptstadtstudio

Das Leben ist kein Ponyhof und die Generaldebatte ist kein Kaffeekränzchen, oder etwa doch? Rückblick auf das Jahr 2003: Der Bundeskanzler hieß Gerhard Schröder von der SPD und die hörbar aufgeregte Oppositionsführerin von der CDU hieß Angela Merkel: "Sie setzen sich hin und sagen: Wir bräuchten mal Kirschkuchen. Glauben Sie, wir fangen an, Ihnen die Kochrezepte zu verraten, wie Sie Kirschkuchen kriegen, wenn Sie Kirschkuchen brauchen? Backen Sie ihn sich und dann essen wir gerne mit, Herr Bundeskanzler." Merkel arbeitete sich eifrig am Basta-Kanzler ab und wurde dabei durchaus persönlich: "Wissen Sie, was die Leute besonders gut leiden können, das ist Ihr dauerndes Grinsen und Lachen auf der Regierungsbank."

2005 hat Merkel die Seite gewechselt, seitdem sitzt sie auf der Regierungsbank und muss Jahr für Jahr einstecken. 2010 spottete etwa der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel über die schwarz-gelbe Bundesregierung: "Seit einem Jahr sind Sie gemeinsam mit Ihren Kabinettskollegen auf Selbstfindungstrip. Gegen Ihre Regierung und das, was Sie so über sich sagen, ist der Kinderladen der 68er so diszipliniert wie eine preußische Kadettenanstalt."

2007 befand Renate Künast, damals Fraktionschefin der Grünen, nach Merkels Vortrag schlicht: "Ein Totalausfall war das heute Morgen!"

Aufreizende Gelassenheit

Merkel selbst erträgt die geballte Kritik über die Jahre mit für viele in der Opposition aufreizender Gelassenheit, zumeist mit dem Handy in der Hand oder in irgendein Gespräch vertieft.

Horst Seehofer, Olaf Scholz und Angela Merkel | Bildquelle: dpa
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Aufreizende Gelassenheit: Merkel mit Finanzminister Scholz und Innenminister Seehofer auf der Regierungsbank.

Eröffnet wird die Generaldebatte traditionell von einem Vertreter oder einer Vertreterin der größten Oppositionsfraktion. Deren Beiträge fallen gerne deftig aus. Gelegentlich sind sie aber auch charmant mit einem Hauch von Selbstironie.

Der Ton ändert sich

In dieser Legislaturperiode hat sich der Ton geändert, zum Teil ist er düsterer geworden. Die größte Oppositionsfraktion bildet inzwischen die AfD und sie beschränkt sich bei ihren Angriffen nicht auf die Bundeskanzlerin und ihre Regierung.

Alice Weidel, AfD, zur Generaldebatte des Bundeshaushalts
Morgenmagazin, 27.11.2019

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Angela Merkel während der Rede von Alice Weidel | Bildquelle: REUTERS
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AfD-Fraktionschefin Weidel im Bundestag

"Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern." So provozierte AfD-Fraktionschefin Alice Weidel im vergangenen Jahr und wurde dafür von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zur Ordnung gerufen. Heute steigen alle Beteiligten wieder in den Ring - ein zentrales Themen der Opposition dürfte die Klimapolitik der Bundesregierung werden sowie der Zustand der Großen Koalition an sich, beziehungsweise ihrer beiden großen Bestandteile CDU und SPD.

Generaldebatte im Bundestag
Franka Welz, ARD Berlin
27.11.2019 07:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. November 2019 um 08:00 Uhr.

Korrespondentin

Franka Welz HR  | Bildquelle: Jens Jeske/www.jens-jeske.de Logo HR

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