Anita Lasker-Wallfisch im Bundestag | Bildquelle: dpa

Holocaust-Gedenken im Bundestag "2000 Jahre alter Virus - unheilbar"

Stand: 31.01.2018 16:00 Uhr

In eindringlichen Worten hat die Holocaust-Überlebende Lasker-Wallfisch im Bundestag vor aufkeimendem Antisemitismus gewarnt. Es sei ein Skandal, dass jüdische Schulen bewacht werden müssen.

In einer Rede vor dem Bundestag hat die Holocaust-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch dazu aufgefordert, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten. Die Generation der Täter gebe es nicht mehr. "Aber leugnen, dass auch das zur deutschen Vergangenheit gehört, darf nicht sein", sagte sie.

Holocaust-Gedenken im Bundestag
tagesschau 17:00 Uhr, 31.01.2018, Marie-Kristin Boese, ARD Berlin

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Zugleich warnte die 92-Jährige vor neu aufkeimender Judenfeindlichkeit. "Antisemitismus ist ein 2000 Jahre alter Virus, anscheinend unheilbar", sagte sie. "Nur sagt man heute nicht mehr unbedingt Juden. Heute sind es die Israelis." Dabei fehle es häufig am Verständnis der Zusammenhänge. "Was für ein Skandal, dass jüdische Schulen, sogar jüdische Kindergärten, polizeilich bewacht werden müssen", ergänzte Lasker-Wallfisch.

Frank-Walter Steinmeier, Anita Lasker-Wallfisch und Angela Merkel | Bildquelle: AFP
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Der Bundestag hat der Opfer des Holocaust gedacht. Die Holocaust-Überlebende Lasker-Wallfisch rief dazu auf, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen.

Als Cellistin in Auschwitz

Lasker-Wallfisch gehörte als Cellistin zum sogenannten Mädchenorchester des Vernichtungslagers Auschwitz. Die Kapelle musste unter anderem beim Ein- und Ausmarsch der Arbeitstrupps spielen, bei der Ankunft Gefangener oder zur Unterhaltung des Wachpersonals.

Gemeinsam mit ihrer Schwester Renate Lasker-Harpprecht überlebte Lasker-Wallfisch Auschwitz und danach auch das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Die Musikerin lebt heute in Großbritannien. Auf deutschen Boden habe sie nach dem Holocaust keinen Fuß mehr setzen wollen, sagte sie. "Mein Hass auf alles, was deutsch war, war grenzenlos", sagte sie. Das habe sich geändert: "Hass ist ein Gift und letzten Endes vergiftet man sich selbst."

Zuvor hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in einer Ansprache Wachsamkeit vor heutigen Ausgrenzungstendenzen gefordert. Es gebe Anlass zur "Selbstbeunruhigung". Er verwies auf Verrohung im Internet, Anfeindungen gegen Muslime und den Anstieg bei Taten aus Hass, unter anderem auf Flüchtlinge.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Januar 2018 um 17:00 Uhr.

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