Neugeborenes wird von einer Hebamme betreut | Bildquelle: dpa

Bundestag Geburtshilfe und Psychotherapie werden Unifächer

Stand: 27.09.2019 09:04 Uhr

Wer Hebamme oder Psychotherapeut werden möchte, muss diese Fächer künftig an einer Hochschule studieren. Das hat der Bundestag beschlossen. Zudem gibt es künftig ein Register für Implantate.

Der Bundestag hat eine Reihe von Neuerungen im Gesundheitswesen beschlossen: Die Ausbildung von Psychotherapeuten wird demnach künftig in einem eigenen Studienfach an der Universität absolviert, an dessen Ende eine psychotherapeutische Prüfung steht. Für Psychotherapeuten in Ausbildung, die in Vollzeit arbeiten, gilt künftig eine Mindestvergütung von 1000 Euro monatlich für die Ausbildungsphase der praktischen Tätigkeit.

Bislang müssen Psychotherapeuten zunächst ein Vollstudium der Psychologie absolvieren, bei den Kinder- und Jugendtherapeuten ist es ein Pädagogik-Studium. Daran schließt sich dann eine Ausbildung zum Psychotherapeuten an. Ärzte können sich ebenfalls nach ihrem Medizinstudium zum Psychotherapeuten ausbilden lassen.

Netzwerke für psychisch Kranke

Zudem wird mit dem Gesetz ein neues Versorgungsangebot für psychisch schwerkranke Menschen geschaffen. Dazu sollen sich Psychotherapeuten, Psychiater oder Hausärzte miteinander vernetzen. Einzelheiten soll der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) des Gesundheitswesens bis Ende 2020 festlegen. Mit dem neuen Gesetz wird außerdem der Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung erleichtert. Für die Teilnahme an Gruppentherapien ist künftig kein Gutachten mehr nötig. 

Bachelor-Studiengang für Hebammen

Auch für die Ausbildung zur Geburtshelferin wird es künftig ein Studium geben. Es soll sechs bis acht Semester dauern und die wissenschaftliche Theorie mit der Praxis verknüpfen. Voraussetzung sollen zwölf Jahre Schulausbildung oder aber die abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf sein. Das Studium wird künftig mit einem Bachelor sowie einer staatlichen Prüfung enden.

Implantateregister zum Schutz der Patienten

Das Parlament billigte zudem ein Gesetz zur Errichtung eines Implantateregisters, in dem Angaben zur Haltbarkeit und Qualität des eingesetzten Hilfsmittels gespeichert werden. So soll bei Komplikationen oder Rückrufen schneller reagiert werden können. Hersteller müssen ihre Produkte in der Datenbank registrieren.

Vor einigen Jahren hatte es einen Skandal mit fehlerhaften Brustimplantaten eines französischen Herstellers gegeben, von dem in Deutschland Tausende Frauen betroffen waren. Die Neuerungen sollen nun für mehr Sicherheit sorgen. "Patienten sollen sicher sein können, dass Implantate höchsten Qualitätsansprüchen genügen und sie bei Problemen mit Implantaten schnell informiert werden", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Dieser Beitrag lief am 26. September 2019 um 10:02 Uhr auf B5-Aktuell.

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