Spritzen mit Impfserum liegen in einer Praxis einer Hausärztin für die Booster-Impfung mit dem Comirnaty-Impfstoff des Herstellers BioNTech/Pfizer bereit (Archivbild). | dpa

Vor Jahresende Ziel von 30 Millionen Impfungen erreicht

Stand: 26.12.2021 15:05 Uhr

Bis Jahresende wollte die Bundesregierung das Zwischenziel von 30 Millionen weiteren Corona-Impfungen erreichen - nun wurde die Marke überschritten. Ein anderes wichtiges Ziel hingegen wird verschoben.

Die Bundesregierung hat ihr Ziel von 30 Millionen Impfungen bis zum Jahresende erreicht. Die Marke wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag überschritten, wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach der Nachrichtenagentur dpa sagte.

"Die Booster-Kampagne in Deutschland läuft auf Hochtouren", so der SPD-Politiker. "Wir haben jetzt ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Darauf können wir alle stolz sein." Lauterbach dankte allen, die dazu beigetragen haben - insbesondere den Ärztinnen und Ärzten, aber auch denjenigen, die sich haben impfen lassen. "Sie haben damit sich selbst und der Gesellschaft einen großen Dienst erwiesen."

Er appelliere jetzt an alle, mit hohem Tempo weiterzumachen. "Wir gehen in die zweite Runde. Es ist unser Ziel, die Booster-Kampagne über die nächsten Wochen mit so hoher Geschwindigkeit fortzusetzen, dass wir damit die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen der Omikron-Variante deutlich reduzieren können." Die in Deutschland laufende Booster-Kampagne sei wahrscheinlich die offensivste in ganz Europa. "Wir werden sie fortsetzen mit allen Mitteln", so Lauterbach.

Fünf Millionen Erst- und Zweitimpfungen

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte das 30-Millionen-Ziel erstmals am 18. November nach einer Konferenz mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder formuliert, es damals aber noch ausschließlich auf Booster-Impfungen bezogen. Der SPD-Politiker sprach von "fast - nicht ganz - 30 Millionen Auffrischungsimpfungen" bis zum Jahresende. In seiner Regierungserklärung am 15. Dezember sagte Scholz dann: "Ich möchte, dass wir alle zusammen in Deutschland 30 Millionen Impfdosen bis Jahresende in die Oberarme kriegen, als erste Impfung, als zweite Impfung und als Boosterimpfung." Am 21. Dezember sprach Scholz schließlich von einem Zieldatum an Weihnachten.

Von den nun mehr als 30 Millionen Impfungen seit dem 18. November sind etwas mehr als fünf Millionen Erst- und Zweitimpfungen und knapp 25 Millionen Booster-Impfungen.

80-Prozent-Ziel verschoben

Ein anderes Impfziel hingegen muss die Bundesregierung verschieben: Ursprünglich war der 7. Januar als das Datum genannt worden, bis zu dem die Erstimpfungen eine Quote von 80 Prozent erreicht haben sollen. An diesem Tag soll voraussichtlich auch das nächste Bund-Länder-Treffen zur Corona-Lage stattfinden. Stattdessen will die Regierung die 80-Prozent-Quote nun möglichst bis Ende Januar erreichen, wie eine Regierungssprecherin dem ARD-Hauptstadtstudio sagte.

Derzeit sind in Deutschland knapp 74 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Für das Ziel von 80 Prozent müssten rund fünf Millionen weitere Menschen eine Erstimpfung erhalten.

In vielen großen Städten sind die Impfzentren an den Feiertagen geschlossen, ebenso wie viele Arztpraxen. Zwar finden auch an Weihnachten und Silvester besondere Impfaktionen statt, das Impftempo hat sich aber bereits deutlich verringert. So wurden an Heiligabend laut Robert Koch-Institut rund 67.000 Impfungen verabreicht, davon 51.000 sogenannte Booster-Impfungen zum Auffrischen des Impfschutzes. Noch am Mittwoch hatte die Zahl der verabreichten Impfdosen bei 710.000 gelegen - darunter 561.000 Booster-Impfungen.

Beratung über allgemeine Impfpflicht im Januar

Um eine höhere Impfquote zu erreichen, wird in der Politik auch über eine allgemeine Impfpflicht diskutiert. Sie soll im Parlament in der ersten Sitzungswoche im neuen Jahr auf die Tagesordnung kommen. Eine erste Debatte zur Impfpflicht werde es im Bundestag Anfang Januar geben, sagte SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese der "Bild am Sonntag". Für eine rechtssichere Regelung stellten sich einige "nicht einfache Fragen im Detail". Das gelte insbesondere für die Frage, ab wann jemand seinen Impfstatus rechtlich verliert und eine Auffrischung notwendig ist.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Dezember 2021 um 09:00 Uhr.