Eine Krankenschwester mit Zipfelmütze impft eine Frau. | dpa

Corona-Pandemie Bundesregierung verschiebt Impfziel

Stand: 26.12.2021 01:21 Uhr

Eigentlich sollten bis zum 7. Januar 80 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft sein. Doch das Impftempo ist ins Stocken geraten. Die Bundesregierung verschiebt ihr Ziel deshalb auf Ende Januar.

Die Bundesregierung verschiebt ihr Ziel, bei den Erstimpfungen eine Quote von 80 Prozent zu erreichen. Ursprünglich war der 7. Januar als Zieltermin genannt worden - an diesem Tag soll das nächste Bund-Länder-Treffen zur Corona-Lage stattfinden. Stattdessen will die Regierung die 80-Prozent-Quote nun möglichst bis Ende Januar erreichen, wie eine Regierungssprecherin dem ARD-Hauptstadtstudio sagte. Die "Bild am Sonntag hatte zuerst darüber berichtet.

Derzeit sind 61,4 Millionen Menschen in Deutschland mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht 73,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Für das Ziel von 80 Prozent müssten rund fünf Millionen weitere Menschen eine Erstimpfung erhalten.

In vielen großen Städten sind die Impfzentren an den Feiertagen geschlossen, ebenso wie viele Arztpraxen. Zwar finden auch an Weihnachten und Silvester besondere Impfaktionen statt, das Impftempo hat sich aber bereits deutlich verringert. So wurden an Heiligabend laut Robert Koch-Institut rund 67.000 Impfungen verabreicht, davon 51.000 sogenannte Booster-Impfungen zum Auffrischen des Impfschutzes. Noch am Mittwoch hatte die Zahl der verabreichten Impfdosen bei 710.000 gelegen - darunter 561.000 Booster-Impfungen.

Beratung über allgemeine Impfpflicht im Januar

Um eine höhere Impfquote zu erreichen, wird in der Politik auch über eine allgemeine Impfpflicht diskutiert. Sie soll im Parlament in der ersten Sitzungswoche im neuen Jahr auf die Tagesordnung kommen. Eine erste Debatte zur Impfpflicht werde es im Bundestag Anfang Januar geben, sagte SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese der "Bild am Sonntag". Für eine rechtssichere Regelung stellten sich einige "nicht einfache Fragen im Detail". Das gelte insbesondere für die Frage, ab wann jemand seinen Impfstatus rechtlich verliert und eine Auffrischung notwendig ist.

CSU-Chef Markus Söder sagte der "Welt am Sonntag", eine Impfpflicht werde die Spaltung der Gesellschaft eher überwinden als vertiefen. "Viele Menschen würden feststellen, dass es nicht so schlimm ist, sich impfen zu lassen - sondern im Gegenteil sogar schützt und Freiheit gibt", so der bayerische Ministerpräsident. Er fügte hinzu: "Zum anderen hilft die Impfpflicht wirklich einigen, ihr Gesicht zu wahren."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Dezember 2021 um 09:00 Uhr.