Eine Frau arbeitet in ihrer Wohnung am Schreibtisch. | Bildquelle: dpa

Homeoffice für Ministeriumsmitarbeiter Bundesregierung kauft 40.000 Computer

Stand: 06.10.2020 10:26 Uhr

Desktop-PCs, Laptops und Tablets inklusive Zubehör für insgesamt 93,5 Millionen Euro: Die Bundesregierung hat groß eingekauft, um ihren Mitarbeitern in der Corona-Pandemie mobiles Arbeiten zu ermöglichen.

Die Bundesregierung hat in der Corona-Krise mehr als 40.000 Computer angeschafft, damit Mitarbeiter von Ministerien und nachgeordneten Behörden von zu Hause arbeiten können. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hervor. Demnach wurden zwischen März und September genau 40.728 Desktop-PCs, Laptops und Tablets inklusive Zubehör für insgesamt 93,5 Millionen Euro beschafft.

Es sei gut, dass die Regierung die Geräte in "Windeseile" eingekauft habe, damit Beamte in der Krise im Homeoffice arbeiten könnten, sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Katharina Willkomm. Gleichzeitig kritisierte sie, dass die Regierung den Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen zu langsam vorantreibe.

Heil will Anspruch auf 24 Tage Homeoffice

Am Wochenende waren Details zu den Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bekannt geworden, einen Rechtsanspruch auf Homeoffice einzuführen. Laut einem Entwurf für "Das Mobile-Arbeit-Gesetz" sollen Vollzeitbeschäftigte einen gesetzlichen Anspruch auf jährlich 24 Tage mobiles Arbeit erhalten. Arbeitgeber müssen demnach zwingende betriebliche Gründe darlegen, um das ablehnen zu können. Oder sie müssen begründen, warum sich die Tätigkeit grundsätzlich nicht dafür eignet.

Scharfe Kritik an Heils Vorschlag kam unter anderem vom Koalitionspartner CSU. Heil sei "mit seinen neuen Regulierungsfantasien auf dem Holzweg", sagte Generalsekretär Markus Blume. Deutschland habe gezeigt, dass Homeoffice im Zuge von Corona vielerorts zur Selbstverständlichkeit geworden sei. "Wir brauchen ein modernes Arbeitsrecht und keine neuen Bürokratiemonster: Für die einen sind 24 Homeoffice-Tage zu viel, für die anderen viel zu wenig", so Blume.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk "Das war der Tag" am 05. Oktober 2020 um 23:20 Uhr.

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