Bayern-Fans in der Münchener Allianz-Arena am 34. Spieltag der abgelaufenen Bundesliga-Saison (Archivbild). | dpa

Bundesliga-Start Zurück ins Stadion - aber wie?

Stand: 13.08.2021 03:31 Uhr

Heute Abend startet die Bundesliga in Mönchengladbach in eine neue Saison - mit Fans im Stadion. Ob bald nur noch Geimpfte und Genesene mitjubeln dürfen, regeln die Vereine unterschiedlich.

Von Paul Materne und Philipp Wundersee, WDR

Fußball-Deutschland blickt heute auf Mönchengladbach. Rund 23.000 Fans werden zum Bundesliga-Auftakt zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München erwartet. Im Borussia-Park, wo der neue Trainer Adi Hüter sich freut, dass wieder Fans im Stadion sind: "Ich glaube, es ist wichtig, dass auch die Unterstützung wieder da ist von den Fans und sie endlich wieder herkommen können und die Mannschaft unterstützen."

Am Spieltag werde vor dem Zutritt zum Stadion der 3G-Status geprüft. Zutritt erhalten nur Fans, die geimpft, genesen oder negativ getestet sind und dies nachweisen können. Sportdirektor Max Eberl weiß um die Probleme, die Corona seinem Verein bereitet hat. Gladbach hatte das Geschäftsjahr 2020 mit einem Minus von rund 16,8 Millionen. Euro abgeschlossen.

Umso wichtiger sei jetzt, dass wieder Fans kommen und Tickets kaufen. "Wir wünschen uns, in eine neue Normalität zurückzukehren", sagt Eberl. "Wir wünschen uns, dass die Impfungen dazu führen, dass jetzt nicht mehr die Inzidenz der alleinige Wert ist, wonach entschieden wird. Wir brauchen diese Menschen im Stadion und wollen sie im Stadion haben."

Anderer Verein, andere Regelung

Doch Menschen, die lediglich einen negativen Test vorlegen können, kommen beim 1. FC Köln demnächst nicht mehr ins Stadion. In der Domstadt sind ab dem 28. August nur noch Fans zugelassen, die geimpft oder genesen sind. Ausnahme: Mit negativem Testergebnis dürfen Kinder und Jugendliche rein - und Menschen, die nachweisen können, dass sie sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen.

"Impfen ist für uns der entscheidende Faktor zurück zu einer sich ändernden Normalität", betont Geschäftsführer Alexander Wehrle gegenüber dem WDR. Ähnlich positioniert hat sich auch Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund. Zwar gilt beim BVB die 3G-Regel - ins Stadion dürfen an diesem Wochenende in Dortmund aber nur noch 1.000 Fans, die ausschließlich ein negatives Testergebnis vorlegen können. Die restlichen 24.000 Zuschauer müssen geimpft oder genesen sein.

Auch Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen setzt indirekt auf die 2G-Regel und will nur Kinder und Jugendliche mit negativem Test ins Stadion lassen. Weiterhin auch negativ Getestete "gleich" behandeln - das macht zum Beispiel die TSG Hoffenheim. Geschäftsführer Jan Mayer hält nichts davon, aus 3G schleichend 2G zu machen. "Das wäre eine Impfpflicht durch die Hintertür", sagte er der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Auch andere Klubs wie der VFL Bochum, Hertha BSC Berlin und Arminia Bielefeld setzen weiterhin auf die 3Gs.

Maximal 25.000 Fans im Stadion

Doch viele Vereinsfunktionäre appellieren trotzdem weiter an die Fans, sich impfen zu lassen. Denn die Ansage der Politik bleibt gleich: Eine höhere Impfquote ist die Bedingung dafür, dass die Stadien irgendwann wieder komplett voll sein dürfen. Und das haben alle Bundesligisten nicht nur wirtschaftlich bitter nötig. Gerade ist laut einem aktuellem Bund-Länder-Beschluss eine zulässige Auslastung von maximal 50 Prozent erlaubt - jedoch nicht mehr als insgesamt 25.000 Zuschauer.

Das führt auch hier zu einem Flickenteppich: Borussia Dortmund zum Beispiel wird das an diesem Wochenende komplett ausreizen und erwartet 25.000 Fans, was bei über 80.000 Plätzen aber nur eine Auslastung von etwa 30 Prozent bedeutet. Union Berlin wiederum hat 11.000 Fans im Stadion und damit eine Auslastung von genau 50 Prozent. Finanziell ist aber eine so niedrige Auslastung für keinen Bundesligisten eine Dauerlösung.

Doch jedes verkaufte Ticket hilft den Vereinen weiter - vielleicht ist das auch ein Grund, warum Klubs wie Borussia Mönchengladbach weiter auch negativ Getestete willkommen heißen.

"Wir wollen das Feuer entfachen"

"Wir halten es für das heutige Spiel für richtig, auch negativ Getestete zuzulassen", heißt es aus dem Borussia-Park. Die Entscheidung aus Köln kommentieren die Verantwortlichen nicht. Die Obergrenze von 25.000 Fans sei ein erfreulicher erster Schritt zurück zur Normalität. Borussia Mönchengladbach hofft aber, bald auch wieder mehr Zuschauer - bis hin zu einer Vollauslastung - zulassen zu dürfen.

"Diese Atmosphäre mit den Fans ist noch einmal eine ganz anderer emotional Aspekt, der hoffentlich die Jungs beflügeln wird", sagt Trainer Hüter. "Das ist hier einfach eine tolle Kulisse?. Bei den 23.000 Fans hofft er, dass die sein Team unterstützen werden und das die Fans mitreißen kann. "Wir wollen das Feuer wieder entfachen", so Hüter. "Deswegen freuen wir uns, dass so viele Zuschauer zugelassen werden".

Was an diesem Wochenende gilt, kann am kommenden Spieltag wieder ganz anders aussehen. Egal ob in Mönchengladbach, Dortmund oder Berlin" Die Fans müssen weiter aufmerksam bleiben und vor jedem Spiel schauen, wie der Lieblingsverein den Zugang zum Stadion regeln wird.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagagzin am 13. August 2021 um 00:35 Uhr.