Der Impfstoff der Firma AstraZeneca lagert in einem Kühlschrank im Impfzentrum in Essen. | dpa

Nachlassende Nachfrage Bundesländer geben Impfstoff zurück

Stand: 30.07.2021 08:33 Uhr

Angesichts der sinkenden Nachfrage bei den Corona-Impfungen planen einige Bundesländer Zehntausende Impfdosen an den Bund zurückzugeben. Diese sollen dann ab August an Drittstaaten weitergegeben werden.

Vor dem Hintergrund einer nachlassenden Impfnachfrage geben erste Bundesländer ungenutzte Impfdosen an den Bund zurück.

In einem Schreiben hatte das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, "Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen", an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben.

Die Impfstoffe sollten noch mindestens zwei Monate haltbar sein. Impfstoff aus Arztpraxen sowie von Betriebsärzten soll nicht an den Bund zurückgeführt werden.

Hamburg will 60.000 Dosen zurückgeben

Als erstes sollen Covid-19-Vakzine von AstraZeneca und Johnson & Johnson an den Bund zurückgehen, die in Verteilzentren gelagert und diese seit Lieferung durch den Bund nicht verlassen haben. Nur so könne die pharmazeutische Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Impfstoffe sichergestellt werden, heißt es in dem Schreiben.

"Hamburg wird von dieser Möglichkeit Gebrauch machen", sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich. Es gehe um einen Lagerbestand von rund 6000 Fläschchen mit rund 60.000 Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca. Auch beim Vakzin von Johnson & Johnson gebe es einen Lagerbestand von 24.000 Dosen. Das Mittel werde aber bei den mobilen Impfaktionen eingesetzt.

NRW und Schleswig-Holstein prüfen Rückgabe

Berlin will bis zu 62.400 Impfdosen an den Bund zurückgeben, hieß es aus der Gesundheitsverwaltung. Demnach handelt es sich um den aktuellen Lagerbestand des Vakzins von AstraZeneca, der noch mehrere Monate haltbar ist.

Auch Niedersachsen hält Impfstoffretouren an den Bund für wahrscheinlich. Es sei aber noch nicht absehbar, wie viele Impfdosen zurückgegeben werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Die Gesundheitsministerien in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein prüfen Sprechern zufolge noch eine Rückgabe von Impfdosen.

Überschüssige Dosen für Drittstaaten gedacht

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Baden-Württemberg teilte mit, dass das Land rund 4000 Dosen AstraZeneca zurückgeben wolle, bei denen allerdings das Verfallsdatum mit Ende Juli angegeben sei. In Rheinland-Pfalz ist eine Rückgabe von Impfdosen im Moment noch kein Thema.

Die Bundesregierung will überschüssige Dosen ab August unentgeltlich an Drittstaaten, also Länder außerhalb der EU abgeben. Das berichtet der "Spiegel". Zunächst sollen das vor allem die Dosen von AstraZeneca sein. Demnach will die Bundesregierung in diesem Jahr mindestens 30 Millionen Impfdosen an Drittstaaten verschenken. Die Vakzine von BioNTech und Moderna sollen nicht an andere Staaten verteilt, sondern weiterhin in einem zentralen Lager des Bundes bereitgehalten werden.

Über dieses Thema berichtete der ARD in der Sendung Brisant am 15. Juli 2021 um 17:15 Uhr.