Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen wird am eines OP-Saales vorbei getragen. | Bildquelle: dpa

BGH zu Lebend-Organspende Ärzte müssen über Risiken aufklären

Stand: 29.01.2019 11:34 Uhr

Ärzte müssen Organspender ausreichend über die Risiken aufklären. Das hat der Bundesgerichtshof geurteilt. Für die Spendenbereitschaft insgesamt sei dies eine "unabdingbare Voraussetzung".

Von Gigi Deppe, ARD-Rechtsredaktion Karlsruhe

Große Freude unter den betroffenen Organspendern im Gerichtssaal: Der Bundesgerichtshof hat ihnen Recht gegeben. Die Ärzte haften ganz grundsätzlich, wenn sie einen Spender nicht richtig über die Risiken aufklären. Sie können sich nicht mehr mit dem Argument verteidigen, er hätte doch sowieso dem nahen Angehörigen sein Organ gestiftet - auch wenn er die Gefahren im Detail gekannt hätte.

Dies sei ein spezielles Rechtsgebiet mit besonders strengen Vorschriften, so die Richter. Die "bewusst streng formulierten" Aufklärungsvorgaben dienten dem "Schutz des Spenders vor sich selbst". Die Einhaltung der Vorgaben sei "unabdingbare Voraussetzung", wenn die Spendenbereitschaft langfristig gefördert werden solle.

BGH stärkt Rechte von Organspendern: Aufklärung sei eine "unabdingbare Voraussetzung"
tagesschau 12:00 Uhr, 29.01.2019, Kerstin Anabah, SWR

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Fälle gehen zurück an das OLG

Damit gehen die Klagen zurück an das Oberlandesgericht Hamm. Dort wird jetzt festgesetzt, wie viel genau die Ärzte zahlen müssen. Die beiden Kläger fordern wegen ungenügender Aufklärung durch die Ärzte Schmerzensgeld und Schadenersatz.

In einem Fall spendete eine Tochter ihrem Vater eine Niere, in dem anderen geht es um die Nierenspende eines Manns an seine Ehefrau. Beide beklagen, dass sie seither unter anderem an chronischer Erschöpfung leiden. Sie werfen den Ärzten vor, sie nicht ausreichend aufgeklärt zu haben. 

Für künftige Lebend-Organspenden ist hiermit klar: Klären die Mediziner nicht richtig auf und ziehen sie keinen zweiten unabhängigen Arzt dazu, kann es für sie teuer werden.

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