Die Bundesgartenschau in Heilbronn wird eröffnet. | Bildquelle: dpa

Bundesgartenschau Heilbronn "Kein sechsmonatiger Blumen-Gag“

Stand: 17.04.2019 11:54 Uhr

Die Bundesgartenschau in Heilbronn will nicht nur ein nettes Blumenmeer sein. Es geht auch um die Frage: "Wie wollen wir in Zukunft leben?" 400 Menschen wohnen bereits auf dem Gelände. Es sollen mehr werden.

Von Julia Henninger, SWR

"Das hier ist kein sechsmonatiger Blumen-Gag", sagt Geschäftsführer Hanspeter Faas. Die Bundesgartenschau Heilbronn ist seine 16. Gartenschau. "Es geht darum, ein nachhaltiges, städtebauliches Konzept zu realisieren."

Zwölf Jahre Planung und Bau sind nun vorüber und ganz im Sinne einer Gartenschau wurden tausend Bäume neu gepflanzt, eine Million Blumenzwiebeln gesteckt oder auch Tausende Rosenstöcke eingepflanzt. Das ist das eine. Doch auf dem ehemaligen Industriegelände ist auch ein neues Stadtquartier entstanden. In den 22 Gebäuden wohnen bereits 400 Menschen, es gibt einen Kindergarten, Cafés und eine Jugendherberge. Die Bundesstraße auf dem Gelände ist gewichen, stattdessen zieht sich jetzt direkt am Neckar entlang eine Promenade. Das Stadtquartier Neckarbogen soll weiter wachsen und ausgebaut werden.

Skulptur der Künstlerin Alice Aycock auf der Bundesgartenschau in Heilbronn | Bildquelle: AFP
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Bis zum 6. Oktober 2019 wird unter anderem die Skulptur der Künstlerin Alice Aycock in Heilbronn zu besichtigen sein.

Bauen der Zukunft

Möglichkeiten, wie in der Zukunft gebaut werden kann, werden auf dem Gelände ebenfalls gezeigt. Ein Holz- und ein Faserpavillon wurden beispielsweise aufgebaut. Verbundfaser sei ein leichter Baustoff und werde auch beim Flugzeugbau verwendet, sagt Faas. Und er spinnt den Gedanken weiter. Mit Leichtbautechniken könne auf Gebäuden beispielsweise mit wenig Gewicht eine Etage aufgebaut werden. Es gehe darum, über Möglichkeiten nachzudenken, wie man in die Höhe baut, statt Bodenfläche zu versiegeln.

Auf dem Gelände könne zudem autonomes Fahren mit einem kleinen Lieferwagen getestet werden und geschaut werden, wie die Bewohner darauf reagieren. Die Bundesgartenschau wolle ein reales Versuchslabor sein und Faas hofft, dass genug Besucher kommen.  

Auch Wohnungsbau ist Thema auf der Bundesgartenschau in Heilbronn
tagesschau 17:00 Uhr, 17.04.2019, Julia Henninger, SWR

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Besucherzahlen wichtig für die Finanzierung

Die Finanzierung der Bundesgartenschau ist zweigeteilt. Im Falle von Heilbronn sind es für die Investitionen - etwa die Infrastruktur - 144 Millionen Euro. Davon trägt nach Angaben der Stadt Heilbronn das Land Baden-Württemberg rund 61 Millionen Euro, die Stadt den Rest. Hinzu kommen 51 Millionen Euro für das eigentliche Event. Den Großteil davon muss die Buga unter anderem über Eintrittsgelder selbst erwirtschaften. Dafür hoffen die Veranstalter von Heilbronn auf mindestens 2,2 Millionen Besucher.

Besucher auf der igs 2013 in Hamburg-Wilhelmsburg | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Die Internationale Gartenschau in Hamburg schloss mit einem Millionendefizit.

Immer wieder kämpfen Bundes-, Landes- oder Internationale Gartenschauen mit zu geringen Besucherzahlen. Die Internationale Gartenschau (IGA) in Hamburg-Wilhelmsburg bekam das 2013 deutlich zu spüren. In der ursprünglichen Planung wurde mit fünf Millionen Besuchern gerechnet, am Ende kamen nur knapp über eine Million Besucher. Der Senat blieb auf dem Verlust von 37 Millionen Euro sitzen und die IGA landete im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler Hamburg. Das betraf allerdings nur die Kosten für das Event. "Die Kosten in Höhe von 70 Millionen Euro für den Bau des Geländes haben wir nicht kritisiert", so Christoph Metzner vom Bund der Steuerzahler Hamburg e.V. Der Stadtteil sei deutlich aufgewertet worden und gut für die Stadtentwicklung.

Durch die Gartenschau in Hamburg gibt es den Wilhelmsburger Inselpark als eine öffentliche Grünanlage mit mehreren Liegewiesen, Grillplätzen und Spielplätzen.

Wie nachhaltig sind Gartenschauen?

Diesen Effekt sieht auch Reiner Nagel, Architekt, Stadtplaner und Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, als eine Aufwertung der Infrastruktur. Generell sind seiner Ansicht nach die Gartenschauen "ein Motor für die Stadtentwicklung". Die Investitionen in die Infrastruktur durch die Gartenschauen seien positiv zu bewerten. Das zeige Hamburg, aber auch Städte wie Berlin, Schwerin oder etwa Koblenz. "Die Gartenschauen sind Sonderprojekte, bei denen man auf ein genaues Ziel hinarbeitet und einen genauen Zeitrahmen hat", so Nagel. Die unterschiedlichen Projektbeteiligten müssten sich am Riemen reißen. Daher seien die Projekte hinsichtlich der Infrastruktur durchaus erfolgreich und werten die Städte nachhaltig auf.

Stuttgart hat bis heute das Grüne U

Stuttgart war Standort mehrerer Gartenschauen, zuletzt die Internationale Gartenbauausstellung 1993. In diesem Rahmen wurde das sogenannte Grüne U fertiggestellt. Acht Kilometer lang erstrecken sich mehrere Grünflächenanlagen vom Schlossgarten bis zum Killesberg - eine große zusammenhängende Parklandschaft zur Erholung in der Stadt.

Geschäftsführer Faas hofft, dass auch die Bundesgartenschau in Heilbronn nachhaltig sein wird. Aus der Stadtausstellung soll in einigen Jahren ein größeres Wohnquartier entstehen, mit Wohnungen für 3500 Menschen und 1000 Arbeitsplätzen. Doch jetzt müssen erst einmal genügend Besucher kommen, damit die Stadt nicht auf den Event-Kosten sitzenbleibt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. April 2019 um 12:00 Uhr.

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