Schlepper ziehen das russische Rohr-Verlegeschiff ''Fortuna'' aus dem Hafen auf die Ostsee. | dpa

Bundesamt für Seeschifffahrt Weiterbau von Nord Stream 2 genehmigt

Stand: 15.01.2021 11:15 Uhr

Das Bundesamt für Seeschifffahrt hat die Genehmigung für den sofortigen Weiterbau der Ostseepipeline Nord Stream 2 erteilt. Bisher wäre das erst ab Ende Mai möglich gewesen. Ob der Bau tatsächlich fortgesetzt wird, ist dennoch fraglich.

Der Bau der Ostsee-Gaspipeline kann weitergehen. Das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat den sofortigen Weiterbau von Nord Stream 2 in deutschen Gewässern genehmigt. Das geht aus einer Mitteilung der Behörde hervor. Die bisherige Genehmigung hätte Arbeiten normalerweise erst wieder ab Ende Mai zugelassen.

Die nun erteilte Genehmigung war unter anderem deshalb notwendig geworden, weil eine Schweizer Firma ihre Spezialschiffe nach Sanktionsdrohungen der USA Ende 2019 abgezogen hatte. Für diese Schiffe hatte auch für die Wintermonate bereits eine Genehmigung vorgelegen.

Nach dem Ausstieg der Schweizer Firma musste Nord Stream 2 allerdings auf einen Schiffstyp umsteigen, der von anderen Schiffen auf Position gehalten beziehungsweise bewegt wird. Für so ein ankerpositioniertes Schiff gilt die jetzt erteilte Genehmigung.

Umweltverbände könnten Weiterbau verhindern

Ob die Bauarbeiten an der Pipeline umgehend aufgenommen werden, ist dennoch fraglich. Denn ein Widerspruch - etwa von Umweltverbänden - könnte den sofortigen Weiterbau in der deutschen "Ausschließlichen Wirtschaftszone" (AWZ) noch stoppen, da er aufschiebende Wirkung hätte.

Für heute waren bei den dänischen Behörden zumindest Arbeiten in der Ostsee bei Bornholm unter Beteiligung des russischen Schiffs "Fortuna" angekündigt. Das Schiff hatte am Donnerstag den Wismarer Hafen verlassen und befand sich laut dem Online-Schiffsradar vesselfinder.com auf der Ostsee vor Rostock.

Nord Stream 2

Mehr als 2300 Kilometer Rohre des Doppelstrangs liegen auf dem Meeresboden. Es fehlen noch etwa 150 Kilometer.

Nach dem Erreichen der Position der "Fortuna" in dänischen Gewässern würden vorbereitende Arbeiten und Tests beginnen, hatte es von Nord Stream 2 geheißen. Einen genauen Zeitpunkt hatte man noch nicht nennen können. Im vergangenen Dezember hatte das Schiff nach einjähriger Unterbrechung der Verlegearbeiten einen 2,6 Kilometer langen Leitungsabschnitt in der deutschen AWZ fertiggestellt. Ende Dezember war die Genehmigung des BSH nach Inanspruchnahme einer Verlängerung allerdings ausgelaufen.

150 Kilometer Pipeline fehlen noch

Nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom als Hauptinvestor sind 94 Prozent der umstrittenen Pipeline bereits fertiggestellt. Damit liegen mehr als 2300 Kilometer Rohre des Doppelstrangs auf dem Meeresboden. Es fehlen noch etwa 150 Kilometer, also 75 Kilometer je Strang - davon etwa 120 Kilometer in dänischen und etwa 30 Kilometer in deutschen Gewässern. Um diese rund 30 Kilometer südlich der dänischen Insel Bornholm geht es bei der nun erteilten Genehmigung des BSH.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 15. Januar 2021 um 11:06 Uhr.