Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht bei einem Besuch in Schmilka. | dpa

Lambrecht zu Waldbrand in Sachsen Bund will sich an Einsatzkosten beteiligen

Stand: 01.08.2022 21:16 Uhr

In der Sächsischen Schweiz brennt es seit Wochen. Nun kündigte Verteidigungsministerin Lambrecht an, dass der Bund einen Teil der Einsatzkosten tragen will. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer forderte eine bessere Prävention.

Der Bund will sich an den Kosten des Waldbrandeinsatzes in der Sächsischen Schweiz beteiligen. Dort helfen auch mehrere Löschhubschrauber der Bundeswehr die Brände zu bekämpfen.

"In einer solchen Situation sind Kosten noch nie abgerechnet worden. Und von daher sehe ich auch keine Veranlassung, dass man davon abweicht", sagte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht bei einem Besuch im sächsischen Schmilka.

Lambrecht will über Verteilung der Kosten sprechen

Nach den Worten der SPD-Politikerin gehört es zur Solidarität und Unterstützung dazu, dass man in einer solchen Lage auch über die Verteilung der Kosten redet. Darüber habe sie auch mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gesprochen. "Wir sind uns einig darüber, dass wir eine gute Lösung finden werden", sagte Lambrecht.

Die Präzision und die Qualität bei dem Löscheinsatz habe sie sehr beeindruckt. Es sei die Bundeswehr, die in solchen Situationen zeige, dass "wir füreinander da sind und zueinander stehen". Lambrecht zufolge sollen die Hubschrauber zunächst noch bis kommenden Sonntag zur Verfügung stehen.

Bei ihrem Besuch in Schmilka an der deutsch-tschechischen Grenze ließ sich die Ministerin von der Einsatzleitung unterrichten und unternahm gemeinsam mit Kretschmer und Bundeswehr-General Carsten Breuer einen Erkundungsflug über das Brandgebiet. Währenddessen flogen Lösch-Hubschrauber quasi im Minutentakt Wasser aus der Elbe um die Brände zu löschen. "Die Bundeswehr ist im Einsatz, wenn sie gerufen wird", so Lambrecht.

Kretschmer: "Feuer hat klaffende Wunde hinterlassen"

"Das Feuer hat eine klaffende Wunde hier in den Nationalpark gerissen", sagte Kretschmer im Anschluss. Natürlich werde die Natur diese Wunde auch wieder heilen. "Aber wir werden lange damit zu tun haben".

Man werde sich damit auseinandersetzen müssen, welche Konsequenzen das etwa für die Waldbewirtschaftung, die Aufklärung der Bevölkerung und den vorsorgenden Brandschutz habe, so der CDU-Politiker weiter. Mit Blick in die Zukunft sagte Kretschmer, es gehe darum, sich stärker aufzustellen, um bei einem Waldbrand rasch handeln zu können.

Wind erschwert Löscharbeiten

Die Löscharbeiten gingen heute in die zweite Woche. Der Brand war am 24. Juli im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz ausgebrochen und griff dann auf deutsches Gebiet über.

Mitte der vergangenen Woche entspannte sich die Lage den Behörden zufolge zuerst. Aufgrund drehenden Windes weitete sich der Brand jedoch dann wieder aus. Auch kurzzeitiger Regen schaffte keine Abhilfe.

Dagegen ist der Waldbrand auf der tschechischen Seite nach Einschätzung der Behörden inzwischen unter Kontrolle. Die Einsatzfläche habe von rund 1000 auf 600 Hektar verringert werden können, sagte der Generaldirektor der tschechischen Feuerwehr, Vladimir Vlcek, in Hrensko. Inzwischen sind dort mehr als 1000 Feuerwehrleute mit knapp 350 Fahrzeugen vor Ort, um Glutnester abzulöschen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. August 2022 um 18:00 Uhr in den Nachrichten.