Der Politiker und Abgeordnete Marco Bülow.

Marco Bülow Bundestagsabgeordneter verlässt SPD

Stand: 27.11.2018 08:39 Uhr

Der SPD-Abgeordnete Bülow kehrt den Sozialdemokraten den Rücken, will aber weiterhin dem Bundestag angehören. Der Dortmunder ist ein scharfer Kritiker von SPD-Chefin Nahles.

Der Abgeordnete und Nahles-Kritiker Marco Bülow will laut ARD-Informationen aus der SPD austreten. Dem Bundestag will der 47-Jährige jedoch weiterhin als fraktionsloser Abgeordneter angehören.

Er tue dies "nach reiflicher Überlegung - ohne Häme, aber ernüchtert und traurig", teilte Bülow via Twitter mit. Er habe lange gegen "Hinterzimmerentscheidungen" und Orientierungslosigkeit der SPD angekämpft und sich irgendwann eingestehen müssen, dass er sich selbst dabei verleugne.

"Ich bin und bleibe aber weiter Sozialdemokrat“, schrieb er - nur wolle er seine Energie künftig "dort einsetzen, wo sie auch Wirkung entfalten kann".

Abrechnung mit dem "Karriereverein"

Auf einer Pressekonferenz in Berlin rechnete Bülow mit der SPD ab: Sie sei zu einem "Karriereverein" verkommen. Innerparteiliche Vielfalt gebe es nicht mehr, Kritiker des aktuellen Kurses würden kaltgestellt.

Die zugesagte Erneuerung sei unter Parteichefin Andrea Nahles nur noch ein "Lippenbekenntnis" - man habe sich mit dem Neoliberalismus arrangiert und tue zu wenig gegen Armut und soziale Ungleichheit.

Mitglied von Wagenknechts "Aufstehen"-Bewegung

SPD-Fraktionsvize Achim Post forderte ihn auf, sein Mandat zurückzugeben: Sein Entschluss zum Austritt sei "der Schlusspunkt einer längeren Entscheidung, die für viele keine Überraschung ist", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bülow ist seit Wochen ein scharfer Kritiker des Kurses von Nahles und hat sich der "Aufstehen"-Bewegung von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht angeschlossen.

Der gelernte Journalist gehört seit 2002 dem Bundestag an und vertritt den Wahlkreis Dortmund I. Er war 26 Jahre lang Mitglied der Sozialdemokraten gewesen.

Marco Bülow rechnet mit der SPD ab
Panajotis Gavrilis, DLF
27.11.2018 13:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. November 2018 um 14:00 Uhr.

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