Eine Frau steht am Rande der Eröffnungspressekonferenz der Buchmesse in der Festhalle vor einem Stapel Bücher.  | dpa

Buchmesse in Präsenz eröffnet Die Buchwelt kehrt nach Frankfurt zurück

Stand: 19.10.2021 20:14 Uhr

Weniger Aussteller und 3G-Regel, aber immerhin: Bücher gibt es hier wieder zum Anfassen. Nachdem die Frankfurter Buchmesse im vergangenen Jahr rein digital stattfinden musste, freut sich die Branche über das Comeback in Präsenz.

Zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse hat sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Branche für deren Einsatz in der Corona-Krise bedankt. "Heute feiern wir die Rückkehr der literarischen, der publizistischen Welt nach Frankfurt", sagte Grütters. Nach anderthalb Jahren, "in denen Lesestoff noch mehr als sonst Seelennahrung war", setze die Messe die Segel für einen neuen Aufbruch, erklärte sie.

Sie danke allen Beteiligten "für die Kreativität und Tatkraft", mit der sie die Buchbranche am Leben gehalten hätten. Ihr sei bewusst, wie sehr Autorinnen und Autoren, Verlegerinnen und Verleger sowie andere Kreative unter den Folgen der Pandemie gelitten hätten, sagte Grütters. Umso mehr hoffe sie, dass mit der Messe "viele persönliche und unternehmerische Erfolgsgeschichten ihren Anfang oder ihre Fortsetzung finden".

Mehr als 300 Autoren stellen ihre Bücher vor

"Machen wir uns nichts vor: 'back to business' ist noch lang nicht 'back to normal'", sagte Buchmessen-Chef Jürgen Boos zum Auftakt. Und in der Tat ist man in Frankfurt noch weit entfernt von der Vor-Corona-Zeit. Während 2019 mehr als 300.000 Menschen auf das Gelände strömten, dürfen 2021 maximal 25.000 Gäste pro Tag kommen. Die Ausstellerzahl war vor zwei Jahren mit 7500 fast viermal so hoch. Und dennoch: Das Motto der 73. Frankfurter - "Re:Connect" - zeigt, dass die Branche sich nach der rein digitalen Veranstaltung im vergangenen Jahr von der Hallenausstellung einiges verspricht.

Gastland ist in diesem Jahr Kanada. Zur Eröffnung reiste die Generalgouverneurin Mary May Simon an, die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood wurde live zugeschaltet.

Insgesamt 2000 Verlage und Unternehmen aus 80 Ländern werden erwartet. Mehr als 300 Autorinnen und Autoren stellen ihre Bücher vor oder diskutieren über Gesellschaftsfragen. Ein Themenschwerpunkt in Kooperation mit dem deutsch-französischen Fernsehsender Arte lautet "Wie wollen wir leben?" Auf der gesamten Messe gilt die 3G-Regel.

Kontroverse um Verlage der Neuen Rechten

Unterdessen führte der Messestand von Verlagen der Neuen Rechten zu einer Kontroverse. Jasmina Kuhnke, die als Überraschungsgast ihr Buch "Schwarzes Herz" vorstellen wollte, hatte ihren Auftritt auf der Messe wegen des dort vertretenen Jungeuropa-Verlags abgesagt.

Schon 2017 hatte die Präsenz neurechter Verlage zu Protesten und einer Demonstration geführt. Die Buchmesse verteidigte sich: Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut, betonte Buchmessen-Chef Boos. "Die Buchmesse ist der Ort, der dafür steht. Und wir müssen leider auch Meinungen oder die Präsenz von Menschen aushalten, die ich nicht unbedingt gerne hier hätte."

Nachdem die Buchmesse 2020 pandemiebedingt nur digital stattfand, gibt es 2021 wieder eine Hallenausstellung und zusätzlich digitale Angebote. Ab morgen ist die Messe für das Fachpublikum geöffnet, ab Freitag dann für alle Besucher. Die Messe endet am Sonntag mit der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Tsitsi Dangarembga aus Simbabwe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Oktober 2021 um 20:00 Uhr.