Sondierungen von Union und FDP | dpa

Sondierungen von Union und FDP Man versteht sich

Stand: 03.10.2021 22:07 Uhr

Inhaltlich haben Union und FDP einige Schnittmengen - und so betonten die drei Generalsekretäre nach den ersten Sondierungen auch die Gemeinsamkeiten: Es gebe inhaltlich nur "wenig Klippen", so die FDP.

Am Abend stieg auch in die Union in die Sondierungen ein - mit dem erklärten Wunschpartner FDP. Die drei Generalsekretäre Paul Ziemiak (CDU), Volker Wissing (FDP) und Markus Blume (CSU) machten im Anschluss auch keinen Hehl daraus, dass man sich gut verstanden hat.

Das Gespräch sei von "großem persönlichem Vertrauen und großen Gemeinsamkeiten in der Sache" geprägt gewesen, so CDU-Mann Ziemiak. Man habe ein gemeinsames Verständnis dafür, dass "etwas Neues entstehen muss". Die Aufgaben der Zukunft - Erhalt des Wohlstands, Klima, Digitalisierung - seien nur durch einen Neuanfang zu bewältigen.

FDP sieht nur "wenig Klippen"

Auch FDP-Generalsekretär Wissing hob die Gemeinsamkeiten hervor. Inhaltlich gebe es "wenig Klippen" - ganz anders hatte Wissing noch Stunden zuvor bei der Bewertung der Gespräche mit der SPD geklungen. Eine direkt vergleichende Bewertung wollte er auf Nachfrage aber nicht vornehmen. Alle Gespräche - mit den Grünen, mit der SPD und mit der Union - seien konstruktiv verlaufen: "Es ist ein gutes Signal, dass die Parteien der demokratischen Mitte offen und konstruktiv sprechen."

"Think Big!"

CSU-Generalsekretär Blume erkannte ebenfalls die Gemeinsamkeiten. "In den wesentlichen inhaltlichen Punkten liegen wir ganz eng beisammen", so Blume. "Think Big" sei die Überschrift der Gespräche gewesen. Denn es sei allen Beteiligten klar, dass es nun gelte, die "neue Zeit zu gestalten, nicht den Status Quo zu verwalten".

Union debattiert bereits Personalien

Blume machte auf Nachfrage auch klar, dass die CSU zu den Sondierungen steht - trotz der Unruhe in der Union und der Schwäche von CDU-Kandidat Armin Laschet. "Wir wollen und wir können", so Blume.

Der Druck auf den CDU-Chef allerdings nimmt nach dem historisch schlechten Abschneiden immer mehr zu. FDP-Chef Christian Lindner hatte nur Stunden vor den Sondierungsgesprächen Zweifel an einem Jamaika-Bündnis angemeldet: "CDU und CSU müssen klären, ob sie wirklich eine Regierung führen wollen", sagte Lindner der "Bild am Sonntag".

Auch in den eigenen Reihen mehren sich Stimmen, die eine inhaltliche und personelle Neuausrichtung der Partei fordern. Zuletzt forderte CDU-Vize Jens Spahn in der "Bild am Sonntag" einen Neustart: "Dafür muss es einen Bundesparteitag geben, spätestens im Januar", sagte Spahn. Und fügte hinzu: "Dass im Wahlkampf Fehler passiert sind und unser Spitzenkandidat nicht richtig gezogen hat, kann niemand leugnen." 

Die SPD war bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden. Die Union stürzte auf 24,1 Prozent ab. Die Grünen kamen als Nummer drei auf 14,8 Prozent. Dahinter lag die FDP mit 11,5 Prozent.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Oktober 2021 um 19:00 Uhr.