Baerbock, Habeck und Klingbeil während der Pressekonferenz | AFP

SPD spricht mit Grünen und FDP Gemeinsam "in Bewegung kommen"

Stand: 03.10.2021 22:06 Uhr

Nun ist auch die SPD in die Sondierungen eingestiegen - zunächst mit der FDP, dann mit den Grünen. Alle zogen nach den Gesprächen ein positives Fazit. Ginge es nach der SPD, könnte man nun direkt loslegen mit Dreier-Gesprächen.

Nach den ersten Sondierungen zwischen SPD und FDP haben die Sozialdemokraten auch mit den Grünen Gespräche geführt. Zwei Stunden habe man "über die großen Themen dieses Landes" gesprochen, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil nach dem Treffen. "Es war ein gutes Gespräch, ein sehr konstruktives Gespräch", so Klingbeil. Und er fügte auf Nachfrage hinzu: Die SPD sei jetzt bereit für Dreier-Gespräche über eine mögliche Ampelkoalition.

Ganz so weit wollte Grünen-Chefin Annalena Baerbock nicht gehen, schließlich stehe die Sondierung mit der Union noch aus. Aber auch sie hob den konstruktiven Charakter des Treffens mit der SPD hervor: "Wir haben sachlich gesprochen über die großen Aufgaben unserer Zeit", erklärte Baerbock und nannte hier vor allem Digitalisierung und "Klimaschutz unter Volldampf".

Co-Chef Robert Habeck ergänzte, man habe bei der SPD eine Bereitschaft festgestellt, "eine Dynamik zu entfachen, die liegengebliebene Probleme lösen kann". Das sei auch die Überschrift des Treffens gewesen , jnseits von Schnittmengen und Trennendem: "Gibt es eine Bereitschaft, in Bewegung zu kommen?"

Konkreter wurden die möglichen Koalitionäre in spe aber nicht. Beide Seiten betonten, man habe Vertraulichkeit verabredet. Und weil das so sei, gebe man nun auch keine Details der Gespräche bekannt.

SPD und FDP: Noch Klippen zu umschiffen

Stunden zuvor war die SPD erstmals mit der FDP zusammengekommen. SPD-Generalsekretär Klingbeil bemühte sich im Anschluss sichtlich um einen positiven Eindruck: Es habe sich um "sehr konstruktive Gespräche" gehandelt. Man sei sich der gemeinsamen Verantwortung bewusst, schließlich stehe das Land - Stichwort Klima, Digitalisierung, Europa - vor großen Herausforderungen, so das freundliche, aber knappe Statement des SPD-Generalsekretärs.

Für die FDP sprach Generalsekretär Volker Wissing - und der ließ wenig Zweifel daran, dass noch ein gutes Stück Weg bis zu einem Bündnis zu gehen sei: "Natürlich war auch klar, dass unsere inhaltlichen Positionierungen in wesentlichen Punkten auseinanderliegen", so Wissing. "Klar ist, dass es Klippen gibt."

Für die FDP komme es darauf an, eine Reformregierung zu bilden. Mit wem das am besten gelinge, werde man erst nach allen bilateralen Gesprächen bewerten. Aber auch Wissing betonte den konstruktiven Charakter der Gespräche: Alle Beteiligten seien sich des Ernstes der Lage bewusst, man wolle sich nicht "mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner begnügen".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Oktober 2021 um 20:00 Uhr.