Wahlplakate der Union mit Armin Laschet, der SPD mit Olaf Scholz, von Bündnis 90/Die Grünen mit Annalena Baerbock und der FDP mit Christian Lindner stehen einen Tag nach der Bundestagswahl in einer Reihe. | dpa

Nach der Bundestagswahl Sondierungen von Freitag bis Dienstag

Stand: 30.09.2021 21:12 Uhr

Ampel oder Jamaika? Oder gar nichts? Spitzen der beteiligten Parteien machen Tempo: Grüne und FDP treffen sich bereits zum zweiten Mal - bis Dienstag wollen alle möglichen Koalitionspartner miteinander gesprochen haben.

FDP und Grüne haben sich wieder abgestimmt - wie schon beim gemeinsamen Selfie vom Treffen am Dienstagabend: Zeitgleich kam der Hinweis zu einem Gespräch der beiden Parteien, das am Freitag um 11 Uhr in einem modernen Bürogebäude in der Nähe des Berliner Tiergartens stattfinden soll: In einem so genannten Coworking-Office, in das sich häufig Unternehmen einmieten, die für kürzere oder längere Zeit zusammenarbeiten wollen.

Beide Parteien sind mit jeweils zehn Personen vertreten. Die Grünen hatten nach der konstituierenden Sitzung der neuen Bundestagsfraktion aufs Tempo bei den anstehenden Gesprächen gedrückt.

Alle Beteiligten wollten, "dass sich das nicht ewig lange hinzieht", so Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt nach der konstituierenden Sitzung der Bundestagsfraktion in Berlin. "Wir wollen möglichst schnelle Sondierungen, um herauszufinden, kann das was werden. Und dann soll in die Tiefe verhandelt werden."

Zu einer Koalition unter Führung der Union äußerte sie sich indes skeptisch. Sie betonte, die Übereinstimmungen mit der SPD seien am größten. Aber auch mit der FDP gebe es Schnittmengen etwa beim Thema Bürgerrechte.

Termine bis einschließlich Dienstag

Nach dem Treffen am Freitag und dem Kleinen Parteitag der Grünen am Samstag sind dann am Sonntag zunächst Gespräche von SPD und FDP und anschließend von SPD und Grünen sowie von Union und FDP geplant. Am Dienstag sollen Gespräche zwischen Union und Grünen folgen.

Ziemiak spricht von "Zukunftskoalition"

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und CDU-Vize Jens Spahn machten erneut deutlich, dass sie auf die Möglichkeit einer Regierungsbeteiligung der Union setzen. Die CDU wolle keine Minuten verlieren, um eine "Zukunftskoalition für Deutschland zu entwickeln", war aus der Partei zu hören.

Die Union glaube, dass es Sinn mache darüber zu sprechen, ob es eine Möglichkeit gebe, ein "Zukunftsbündnis" zu schmieden, das die gesellschaftliche Breite abbilde und Brücken baue. Es könnte eine Koalition für Nachhaltigkeit sein, in jeder Dimension, so Ziemiak.

Die CDU will mit einem zehnköpfigen Team in die Sondierungen mit FDP und Grünen gehen, so Ziemiak. Dazu gehörten Parteichef Laschet, er selbst, Fraktionschef Ralph Brinkhaus, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, dessen sachsen-anhaltischer Kollege Reiner Haseloff, der schleswig-holsteinische Regierungschef Daniel Günther, der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl, die Parteivizes Julia Klöckner und Sylvia Breher sowie Gesundheitsminister Jens Spahn.

Für die CSU teilnehmen sollen Parteichef Markus Söder, Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, Generalsekretär Markus Blume, der Parlamentarische Geschäftsführer Stefan Müller sowie Digital-Staatsministerin Dorothee Bär.

Mit Informationen von Hans-Joachim Vieweger, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. September 2021 um 20:00 Uhr.