Markus Söder | AFP

ARD-Sommerinterview Söder wirft Scholz "Erbschleicherei" vor

Stand: 29.08.2021 13:57 Uhr

CSU-Chef Söder hält ungeachtet schlechter Umfragewerte eine Trendwende hin zu einer starken Union bei der Bundestagswahl noch für möglich. Im ARD-Sommerinterview warnte er vor einem "Linksrutsch" und warf SPD-Kandidat Scholz "Erbschleicherei" vor.

Die Union hat einen Monat vor der Bundestagswahl weiterhin mit schlechten Umfragewerten zu kämpfen. CSU-Chef Markus Söder fordert, im Wahlkampf müsse endlich über wichtige Themen geredet werden. Statt über Corona, Klima oder Afghanistan werde über unzählige kleine Punkte diskutiert und über Nebensächlichkeiten gestritten, kritisierte Söder im ARD-Sommerinterview.

Bei der Bundestagswahl entscheide sich die Frage, ob es einen "Linksrutsch" oder eine bürgerliche Regierung gebe. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz erwecke den Anschein, der Nachfolger von Angela Merkel zu sein - das sei "eine Art Erbschleicherei" und könne nicht akzeptiert werden, kritisierte Söder.

Bei einem Linksbündnis sei klar, dass Deutschland "einen anderen Weg nehmen wird, aus meiner Sicht einen falschen". Die Linken bei SPD und Grünen und die Linkspartei ohnehin hätten "ganz klare Vorstellungen, eine Gesellschaft anders zu gestalten". Deshalb müsse die Union so stark wie möglich werden. In einem Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, Grünen und FDP werde es sicher keine Flugverbote oder Tempolimits geben, sagte Söder.

Eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei könne weitreichende Konsequenzen haben: "Massive Steuererhöhungen, Instabilität durch eine Schwächung der Bundeswehr oder einen Austritt aus der NATO - und natürlich auch eine Idee eines Staates, der den Menschen zwingt, erzieht und der eine klare Absage an Freiheit ist."

"100 Prozent" für Laschet

Söder bekräftigte seine Unterstützung für den Kanzlerkandidaten der Union, Armin Laschet (CDU). Den Vorwurf, er lobe und unterstütze den Unionskandidaten im Wahlkampf zu wenig, wies er zurück. Er stehe "zu 100 Prozent" hinter Laschet, so Söder. "Er kann Kanzler, und er wird auch Deutschland gut führen."

Der CSU-Chef räumte ein, die Union müsse angesichts der Umfragen wohl "kleinere Brötchen backen". Er halte eine Trendwende hin zu einer starken Union noch für möglich: "Es ist alles drin." In den kommenden vier Wochen komme es darauf an, Wahlkampf zu machen.

Angesichts der dramatischen Lage in Afghanistan sprach Söder sich dafür aus, den Afghanen zu helfen, wo es geht. Es dürfe aber nicht "der Fehler von 2015" gemacht werden, "vor allem der Fehler, die Anrainerstaaten nicht zu unterstützen". Die Mehrzahl der Menschen wolle nämlich im Land oder in der Nähe bleiben. Es könne nicht ein "Blankoscheck ausgestellt werden, wie viele Grüne es wollen", so Söder. Man könne nicht sagen, "wir nehmen wieder Hunderttausende oder mehr Menschen auf".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. August 2021 um 13:00 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Moderation 29.08.2021 • 21:29 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User, die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen. Die Moderation