CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet beim Interview mit der "Brigitte"-Zeitschrift. | EPA

Umstrittene Maaßen-Äußerungen Distanzierung - ohne den Namen zu nennen

Stand: 07.07.2021 22:24 Uhr

Den Namen Maaßen erwähnte CDU-Chef Laschet im "Brigitte"-Interview kein einziges Mal. Von den Äußerungen seines Parteikollegens distanzierte er sich jedoch.

CDU-Chef Armin Laschet hat sich von den Angriffen des CDU-Bundestagskandidaten Hans-Georg Maaßen distanziert. "Unsere Haltung zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist glasklar. Gerade in einer Zeit wie jetzt, wo es so viel Fakenews gibt rund um die Pandemie, ist ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk wichtig", sagte Laschet bei einer Veranstaltung der Zeitschrift "Brigitte". "Das ist die Position der gesamten CDU", fügte der CDU-Chef hinzu, der den Namen des früheren Verfassungsschutzpräsidenten kein einziges Mal erwähnte.

Maaßen, der von der südthüringischen CDU gegen den Willen der Bundesspitze der Partei als Direktkandidat nominiert worden war, hatte Journalisten des NDR in die Nähe von Linksextremisten gerückt und einen Untersuchungsausschuss gefordert. Das CDU-Präsidium hatte sich davon bereits deutlich distanziert. Laschet war von Teilnehmern mit den Worten zitiert worden, dass Maaßen der Partei schade.

Laschet ruft zu sachlichem Wahlkampf auf

Der CDU-Chef machte aber deutlich, dass es für einen Parteiausschluss sehr hohe Hürden gebe. Wenn jemand eine unterschiedliche Meinung habe, müsse man dies deutlich machen. Er habe aber nicht vor, Bemerkungen jedes Mal durch eine eigene Positionierung aufzuwerten, fügte Laschet zur Kritik von SPD, Grünen und FDP hinzu, dass er zu den Maaßen-Äußerungen schweige. Man dürfe sich die Themen nicht aufdrücken lassen.

Der Kurs der CDU sei auch so sehr klar, betonte Laschet: "Wir müssen den Kurs der Mitte beibehalten. Wir müssen uns klar nach rechts abgrenzen." Mit der AfD werde und könne es keinerlei Kooperation geben.

Zudem rief Laschet zu einem sachlichen Wahlkampf ohne Aggressionen auf. "Ich finde, wir führen einen sachlichen, kontroversen Wahlkampf, aber wir vergiften nicht das Klima, sodass jeder, der danach regieren muss, es ganz schwer hat, die Gesellschaft zu versöhnen." Es gebe zwar bereits "manche Ausreißer", aber in den Führungen der anderen Parteien sehe er den Willen zur Fairness.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Juli 2021 um 22:00 Uhr.