Umschlag zur Briefwahl, der zum Teil in einem Briefkasten steckt (Archivbild 2017)  | picture alliance/dpa

Bundestagswahl Immer mehr Briefwähler in Großstädten

Stand: 19.09.2021 10:26 Uhr

Seit Jahren steigt der Anteil der Briefwähler, bei der Bundestagswahl dürfte er auch wegen Corona besonders hoch ausfallen. Laut einer Umfrage hat sich die Zahl der beantragten Briefwahlunterlagen in einigen Großstädten schon jetzt verdoppelt.

Eine Woche vor der Bundestagswahl ist besonders in den Großstädten mit einem deutlichen Anstieg der Zahl der Briefwähler zu rechnen. Die Städte Frankfurt am Main und Bremen verschickten laut einer Umfrage der "Welt am Sonntag" doppelt so viele Briefwahlunterlagen wie zum gleichen Zeitpunkt vor der vergangenen Bundestagswahl.

Demnach verschickte Frankfurt am Main bisher 160.500 Briefwahlunterlagen - knapp doppelt so viele wie bei der Wahl 2017 im gleichen Zeitraum. Eine Verdoppelung auf derzeit mehr als 130.000 Briefwahlscheine verzeichnete auch Bremen. Auch in weiteren Großstädten wie Berlin, Hamburg, Düsseldorf und München beantragten demnach bedeutend mehr Menschen Briefwahl.

Angaben der Wahlleiter der Bundesländer bestätigen die Entwicklung. Laut "Welt" liegt der Anteil der Briefwähler in Rheinland-Pfalz schon jetzt bei 41 Prozent. In Nordrhein-Westfalen beantragten bislang 29,5 Prozent der Wahlberechtigten die Wahl per Brief. 2017 waren es zum selben Zeitpunkt 17 Prozent.

Briefwahlanteil steigt stetig

Der Anteil der Menschen, die per Briefwahl und nicht im Wahllokal abstimmen, steigt bei Bundestagswahlen seit der Wiedervereinigung stetig. Gaben 1990 nur 9,4 Prozent der Wähler auf diesem Wege ihre Stimme ab, waren es 2017 bereits 28,6 Prozent. Bundeswahlleiter Georg Thiel geht in diesem Jahr vor allem wegen der Corona-Pandemie von einem stärkeren Anstieg als üblich aus. Thiel zufolge ist dies kein Anlass zur Sorge: Die Briefwahl sei sicher, bisher habe es keine nennenswerten Unregelmäßigkeiten gegeben.

Es gab lediglich vereinzelt Fälle, etwa von unvollständig bedruckten Stimmzetteln, bei denen ein Kreis neben dem Parteinamen fehlte", sagte Thiel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Samstag. Bereits versandte Stimmzettel seien aber umgehend durch neu gedruckte ausgetauscht worden. "In den wenigen Fällen, bei denen ein Austausch nicht mehr möglich war, behalten die abgegebenen Stimmen ihre Gültigkeit. Unregelmäßigkeiten, die das Wahlergebnis beeinflussen könnten, sind uns nicht bekannt", sagte Thiel.

Zunahme von Falschmeldung

Der Wahlleiter erklärte außerdem, seine Behörde registriere derzeit eine Zunahme verbreiteter Falschmeldungen. "Durch die zunehmende Bedeutung der sozialen Medien nehmen wir ein erhöhtes Aufkommen an Falschmeldungen rund um das Wahlverfahren und insbesondere im Hinblick auf die Briefwahl wahr", sagte Thiel dem RND. Deshalb informierten er und die Landeswahlleitungen über den Wahlablauf und alle wichtigen Regelungen "proaktiv, umfassend und auf verschiedenen Kanälen".

Über dieses Thema berichtete BR24 am 19. September 2021 um 08:00 Uhr.