Martin Schulz | Bildquelle: dpa

SPD-Kanzlerkandidat Schulz fordert "nationale Bildungsallianz"

Stand: 28.08.2017 15:50 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat Schulz hat seine Bildungspläne vorgelegt: Er fordert mehr Mitspracherechte für den Bund und verspricht zusätzliche Milliarden für Schulen. CDU-Generalsekretär Tauber reagierte mit Häme auf den Vorstoß.

Extra-Milliarden für Schulen, eine Million Ganztagsschulplätze, mehr Mitsprache des Bundes: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will mit einer nationalen Allianz die Bildung in Deutschland voranbringen. "Das ist eine der entscheidenden Weichenstellungen in der zukünftigen Politik in diesem Land", sagte er in Berlin. Er bekräftigte auch das Ziel der Gebührenfreiheit von der Kita bis zum Hochschul- oder Meisterabschluss.

Das Bildungssystem sei nicht schlecht, man dürfe die Augen vor bestehenden Defiziten aber nicht verschließen. Noch immer sei Herkunft wichtiger als Talent. "Deutschland kann mehr, wir wollen mehr. Wir wollen Deutschland zum Bildungs- und Qualifizierungsland Nummer eins in Europa machen", sagte Schulz. 

Das im Grundgesetz verankerte Kooperationsverbot, das eine Einmischung des Bundes in die Schulpolitik untersagt, müsse weg. "Der Bund darf nicht an den Schultoren stehenbleiben", sagte Schulz. Falls er Kanzler werde, solle der Bund - zusätzlich zu den kürzlich beschlossenen 3,5 Milliarden Euro - weitere zwölf Milliarden Euro in den Schulbereich investieren.

"Kein Versprechen, sondern eine Drohung"

Die CDU reagierte mit einem scharfen Angriff auf die SPD-Bildungsoffensive. "Wenn Sozialdemokraten versprechen, sich um Bildung zu kümmern, dann ist das für Eltern, für Lehrer und für Schülerinnen und Schüler kein Versprechen, sondern eine Drohung", sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Er verwies auf die schlechte Einstufung SPD-regierter Bundesländer im jüngsten Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Der CDU-Politiker hob hervor, dass auch für die CDU die Bildungspolitik "natürlich ein wichtiges Thema sei". Mit über 17 Milliarden Euro stehe dem zuständigen Ministerium derzeit so viel Geld wie nie zur Verfügung. Es sei unstrittig, dass es zu weiteren qualitativen Verbesserungen noch "einer gemeinsamen Kraftanstrengung" bedürfe.

Über dieses Thema berichtete am 28. August 2017 die tagesschau um 14:00 Uhr und NDR Info um 14:45 Uhr.

Darstellung: