Martin Schulz | Bildquelle: dpa

SPD-Wahlkampf Schulz fordert von Merkel zweites TV-Duell

Stand: 13.09.2017 01:09 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat Schulz hat Bundeskanzlerin Merkel einen Brief geschrieben. Darin fordert er von ihr einen zweiten direkten Schlagabtausch im Fernsehen. Er sei jederzeit bereit. Merkel lehnte ein weiteres TV-Duell mit ihrem Herausforderer ab.

Eineinhalb Wochen vor der Wahl versucht der in Umfragen abgeschlagene SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, ein zweites TV-Duell mit der Kanzlerin und CDU-Politikerin Angela Merkel zu erzwingen. Die "Bild"-Zeitung zitiert aus einem Brief, den Schulz an Merkel schrieb.

"Seit dem TV-Duell erreichen mich viele Briefe und Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern, deren berechtigte Fragen nicht beantwortet wurden", begründet der SPD-Kanzlerkandidat demnach seine Forderung nach einem zweiten direkten Schlagabtausch im Fernsehen.

Themenauswahl beklagt

In dem Brief schreibt Schulz darüber hinaus, dass Merkel selbst die Themenauswahl im TV-Duell am 3. September beklagt habe. "Die Bürgerinnen und Bürger verdienen eine umfassende Debatte um die zentralen Zukunftsfragen unseres Landes. Aus diesem Grunde fordere ich ein zweites TV-Duell vor der Bundestagswahl. Ich bin jederzeit dazu bereit."

Im TV-Duell waren Merkel und Schulz intensiv zu Flüchtlingskrise, Integration und Türkei-Politik befragt worden. Themen wie die Digitalisierung, Rente, Bildung oder Pflege waren von den vier Moderatoren gar nicht oder nur kurz thematisiert worden. In der ZDF-Sendung "Klartext" bekräftigte Schulz nun seine Forderung. Er habe Merkel aufgefordert, "ein nächstes Duell mit mir zu machen, damit all' diese Punkte auch diskutiert werden können".

Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz | Bildquelle: dpa
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Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz bei dem TV-Duell am 3. September.

Wunsch der TV-Sender nicht nachgekommen

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann unterstützte seinen Parteichef. Auf Twitter schrieb er: "Ich finde, die Wählerinnen und Wähler haben ein Recht auf ein zweites TV-Duell, in dem die Alltagssorgen der Menschen im Mittelpunkt stehen."

Die TV-Sender ARD, ZDF, RTL und SAT.1 hatten sich ursprünglich mehr als ein Duell gewünscht. Merkel lehnte dies ab.

Der Herausforderer der Kanzlerin und seine Partei liegen in Umfragen hinter der Union zurück. Auch das von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 übertragene TV-Duell brachte bislang nicht den von der SPD erhofften Aufschwung in den Umfragen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. September 2017 um 02:25 Uhr.

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