Filmproduzent Artur Brauner | Bildquelle: ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX

Im Alter von 100 Jahren Filmproduzent Artur Brauner gestorben

Stand: 07.07.2019 19:17 Uhr

Er arbeitete mit Stars wie Romy Schneider und Heinz Rühmann zusammen und verhalf dem deutschen Nachkriegsfilm wieder zu Ruhm. Jetzt ist der Berliner Filmproduzent Artur Brauner im Alter von 100 Jahren gestorben.

Einer der erfolgreichsten deutschen Filmproduzenten ist tot. Artur Brauner starb im Alter von 100 Jahren in Berlin. Das teilte seine Familie mit.

Der am 1. August 1918 im polnischen Lodz geborene Sohn eines Holzhändlers hatte den Holocaust in der Sowjetunion überlebt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er mit seinen CCC-Filmstudios zu einem der wichtigsten Filmproduzenten in Deutschland. In seinen Studios wurden rund 700 Filme gedreht. Zu seinen Erfolgen zählten "Der brave Soldat Schweijk", "Die weiße Rose" oder das 1972 mit dem Oscar prämierte "Der Garten der Finzi Contini".

"Atze", wie ihn seine Freunde nannten, liebte öffentliche Auftritte mit seiner Frau Maria (1925-2017) und fehlte jahrzehntelang bei keinem gesellschaftlichen Ereignis in Berlin. Er war zu Hause in der glamourösen Filmwelt.

Filmproduzent Artur Brauner zwischen Regisseur Rolf Thiele (links) und Walter Feuchtenberg mit den Nachwuchsdarstellern Elke Arendt (vorn, von links), Maria Brauner, Gudula Blau und Inge Schaum im Jahr 1957 im Deutschen Theater. | Bildquelle: dpa
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Fehlte bei kaum einem gesellschaftlichen Ereignis: Filmproduzent Artur Brauner zwischen Regisseur Rolf Thiele (links) und Walter Feuchtenberg mit den Nachwuchsdarstellerinnen Elke Arendt (von links), Maria Brauner, Gudula Blau und Inge Schaum im Jahr 1957 im Deutschen Theater.

Ambitionierte Literaturadaptionen

Brauner, der 49 jüdische Verwandte in den Konzentrationslagern der Nazis verloren hatte, erinnerte außerdem mit zahlreichen Filmen an das Schicksal der Holocaust-Opfer. Dazu gehörten Produktionen wie "Morituri" (1948), "Hitlerjunge Salomon" (1990) und "Wunderkinder" (2011).

Seine Lieblingsprojekte in den 1950er- und 1960er-Jahren waren ambitionierte Literaturadaptionen und Neuverfilmungen klassischer Kinostoffe aus den 1920er- und frühen 1930er-Jahren.

Artur Brauner mit Frau Maria und Tochter Alice bei der Berlinale im Jahr 2014 | Bildquelle: REUTERS
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In der Filmwelt zu Hause: Artur Brauner mit Frau Maria und Tochter Alice bei der Berlinale im Jahr 2014.

Neben vielen sehr anspruchsvollen Filmen produzierte Brauner auch reine Unterhaltungsstreifen  wie Edgar-Wallace-Verfilmungen oder Winnetou.

Mit Besorgnis blickte Brauner zuletzt auf die heutigen rechtspopulistischen Strömungen. "Ich kann der Jugend nur nahelegen, dass sie den Populisten weltweit nicht ins Netz geht und sich mit aller Kraft Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenstellt. Und zwar jetzt und nicht erst, wenn es schon zu spät ist."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Juli 2019 um 20:00 Uhr.

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