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Brandenburger Landtag in Potsdam | Bildquelle: picture alliance/dpa

Vorwahlumfrage Hoffnungsschimmer für SPD in Brandenburg

Stand: 22.08.2019 18:01 Uhr

Im Juni sah es noch so aus, als würde die AfD klar stärkste Kraft in Brandenburg. Kurz vor der Wahl liegt die SPD in der ARD-Umfrage immerhin wieder gleichauf. Die Bewertung der bisherigen Regierung ist aber mau.

Von Ellen Ehni, WDR

Die Sozialdemokratie hat eine besondere Tradition in Brandenburg: Nur in diesem ostdeutschen Bundesland war die SPD seit 1990 ununterbrochen stärkste Kraft. Doch aktuell wollen nur 30 Prozent der Befragten, dass die SPD weiterhin die Regierung führt. Das sind 26 Punkte weniger im Vergleich zu September 2014, kurz vor der vergangenen Landtagswahl. 59 Prozent der Befragten wollen aktuell, dass eine andere Partei die Regierung führt (+22). Das hat die ARD-Vorwahlumfrage von Infratest dimap im Auftrag der tagesthemen ergeben.

Auch der Blick der Brandenburger auf ihren Ministerpräsidenten hat sich verändert: Mit der politischen Arbeit des SPD-Politikers Dietmar Woidke sind aktuell 51 Prozent der Befragten zufrieden bzw. sehr zufrieden - das sind vier Punkte weniger als im April 2019. Für Woidke ist dies der niedrigste Zufriedenheitswert der laufenden Legislaturperiode. Vor der Landtagswahl 2014 waren mit seiner Arbeit noch 70 Prozent der Befragten zufrieden bzw. sehr zufrieden. Weniger bzw. gar nicht zufrieden mit seiner Arbeit sind aktuell 36 Prozent der Befragten.

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Vorwahlumfrage Brandenburg

Sonntagsfrage - Vergleich zur Landtagswahl 2014

Sonntagsfrage - Vergleich zur Landtagswahl 2014

Überwiegend unzufrieden mit der Regierung

Auch ihre Landesregierung sehen die Brandenburger mehrheitlich kritisch: 54 Prozent sind aktuell weniger bzw. gar nicht zufrieden mit der Arbeit von SPD und Linkspartei - das sind 17 Punkte mehr im Vergleich zu September 2014. 44 Prozent sind aktuell mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden bzw. sehr zufrieden (-16 im Vgl. zu 2014).

Wenn am Sonntag der neue brandenburgische Landtag gewählt würde, dann käme die SPD auf 22 Prozent (+4 Prozentpunkte im Vergleich zum BrandenburgTrend Anfang Juni; Landtagswahl 2014: 31,9 Prozent). Damit läge die SPD erstmals unter 30 Prozent. Die CDU käme auf 18 Prozent (+1 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 23,0 Prozent). Die Linke liegt bei 15 Prozent (+1 im Vgl. zu Juni, Landtagswahl 2014: 18,6 Prozent).

Rechnerisch nur Dreier-Bündnisse möglich

Die AfD erreicht 22 Prozent (+1 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 12,2 Prozent). Die Grünen liegen aktuell bei 12 Prozent (-5 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 6,2 Prozent). Die BVB/Freie Wähler erreichen 4 Prozent (+/- 0 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 2,7 Prozent). Die FDP liegt bei 5 Prozent (+/- 0 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 1,5 Prozent).

Würde die Wahl am 1. September tatsächlich so ausgehen, dann hätte die amtierende Regierung von SPD und Linkspartei keine Mehrheit mehr. Für Zwei-Parteien-Bündnisse gäbe es nach dem aktuellen Stand keine Mehrheit. Rechnerisch möglich wären nur Dreier-Konstellationen.

Bei der Vorwahlumfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche. Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Brandenburg (Deutsche ab 16 Jahren)
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl
Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI)***

Fallzahl: 1002 Befragte
Erhebungszeitraum: 19. bis 21. August 2019
Gewichtung: nach soziodemographischen Merkmalen;
Sonntagsfrage mit separater Gewichtung
Schwankungsbreite: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
Durchführendes Institut: Infratest dimap
* bei einem Anteilswert von fünf Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent
*** Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle eine Erhebung mit 1000 Befragten bei großen Parteien rund drei Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa einen Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird deshalb keine Partei unter drei Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.

Über dieses Thema berichtete der BR in Bayern 1 am Abend am 22. August 2019 um 18:00 Uhr.

Korrespondentin

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