Dietmar Woidke | Bildquelle: dpa

Hochrechnung zur Landtagswahl SPD siegt in Brandenburg klar vor der AfD

Stand: 01.09.2019 20:06 Uhr

Umfragen sahen die SPD von Ministerpräsident Woidke in Brandenburg gleichauf mit der AfD, doch laut ARD-Hochrechnung liegen die Sozialdemokraten mit 26,1 Prozent klar vorn. Dahinter folgen die AfD mit 23,7 und die CDU mit 15,7 Prozent.

Die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke geht als klarer Sieger aus der Landtagswahl in Brandenburg hervor und kommt laut der ersten ARD-Hochrechnung von 20:00 Uhr auf 26,1 Prozent der Stimmen. Die AfD folgt dahinter mit 23,7 Prozent der Stimmen. Umfragen hatten die Sozialdemokraten und die AfD zuletzt gleichauf bei um die 20 Prozent gesehen.

Woidke kündigte an, möglichst schnell eine Regierung bilden zu wollen. Den Wahlsieg seiner Partei wertete er als Zeichen für den Wunsch nach Stabilität in dem Bundesland. "Ich bin froh, dass das Gesicht Brandenburgs ein freundliches Gesicht bleibt", sagte Woidke mit Blick auf das starke Abschneiden der AfD. "Die Herausforderungen sind nicht geringer geworden", fügte er hinzu.

CDU verliert an Zustimmung

Die CDU muss laut der Hochrechnung deutliche Verluste hinnehmen. War sie bei den Landtagswahlen 2014 noch zweitstärkste Kraft, fällt die Partei mit 15,7 Prozent der Wählerstimmen deutlich hinter die AfD zurück. Auch die Linkspartei verliert im Vergleich zu 2014 stark an Zustimmung und kommt auf 10,7 Prozent.

Zulegen konnten die Grünen: Nach 6,2 Prozent bei der Wahl 2014 kommt die Partei auf 10,6 Prozent der Wählerstimmen. Die Grünen könnten damit eine wichtige Rolle bei der Bildung einer Regierung in Brandenburg spielen. Die FDP liegt bei 4,4 Prozent und könnte damit an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die Freien Wähler erreichen 5,0 Prozent.

Die Wahlbeteiligung in Brandenburg legte deutlich zu. Mit 60,5 Prozent lag sie rund 11 Prozent über der von 2014. Laut der Hochrechnung setzt sich der Landtag in Potsdam wie folgt zusammen: Die SPD kommt auf 25 Sitze, die CDU auf 15. Die Linkspartei erhält zehn Sitze, die AfD 23, die Grünen zehn und die Freien Wähler fünf Sitze.

Andreas Kalbitz bei einer Wahlkampfrede im Juli 2019 in Cottbus | Bildquelle: REUTERS
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AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz bei einer Wahlkampfrede im Juli in Cottbus.

Schwierige Regierungsbildung

Schon jetzt ist klar, eine Regierungsbildung in Brandenburg dürfte schwierig werden. Mit der AfD unter Andreas Kalbitz, der dem rechtsnationalen "Flügel" seiner Partei zugerechnet wird, wollen die anderen Parteien nach eigenem Bekunden nicht koalieren.

Und nach der ARD-Prognose wird die bisherige rot-rote Regierung ihre Arbeit nicht fortsetzen können und benötigt mindestens einen weiteren Partner.

So oder so - für Koalitionsverhandlungen bleibt nicht viel Zeit. Nach seiner konstituierenden Sitzung Ende September muss der neue Landtag innerhalb von drei Monaten einen Ministerpräsidenten wählen. Ansonsten gibt es Neuwahlen.

Wahlberechtigt ab 16 Jahren

Rund 2,1 Millionen Wahlberechtigte waren in Brandenburg aufgerufen, das Parlament für die nächsten fünf Jahre zu wählen. Wahlberechtigt waren alle Brandenburger Bürger ab 16 Jahren. Jeder Wähler hatte bei der Landtagswahl zwei Stimmen: Die Erststimme für einen Kandidaten direkt in seinem Wahlkreis; dieser Direktkandidat soll im Landtag auch die Interessen der Region vertreten. Mit der Zweitstimme entscheidet sich der Wähler für die Landesliste einer Partei und bestimmt damit, wie viele Sitze die Partei im Landtag erhält.

Insgesamt setzt sich das Brandenburgische Parlament seit der Wende in der Regel aus 88 Abgeordneten zusammen. Die Hälfte von ihnen wird als Direktkandidaten in den Wahlkreisen gewählt. Die übrigen Abgeordneten werden nach dem Prinzip der Verhältniswahl aus den Landeslisten der Parteien gewählt. Durch Ausgleichs- und Überhangmandate kann der Landtag auf maximal 110 Sitze anwachsen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. September 2019 um 20:00 Uhr.

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