Brandstelle vor dem Wahlkreisbüro von Bündnis 90/Die Grünen Charlottenburg-Wilmersdorf | Bündnis 90/Die Grünen Charlottenburg-Wilmersdorf

Berlin-Charlottenburg Brandanschlag auf Büro von Ministerin Paus

Stand: 17.08.2022 12:49 Uhr

Auf das Wahlkreisbüro der grünen Bundesfamilienministerin Paus hat es einen Brandanschlag gegeben. Verletzt wurde niemand. Vor Ort zu lesen ist der Schriftzug "NSU" - ob er mit der Tat zusammenhängt, ist unklar.

Auf das Wahlkreisbüro von Bundesfamilienministerin Lisa Paus in Berlin-Charlottenburg ist ein Brandanschlag verübt worden. Das Feuer wurde laut Polizei gegen 0.30 Uhr von einem Mitarbeiter der Grünen bemerkt, der noch im Büro arbeitete. Es brannte eine Holzbank vor dem Haus, die Flammen griffen auch den Fensterrahmen des Schaufensters an. Verletzt wurde niemand.

Der Mitarbeiter, ein Passant und später die Feuerwehr löschten den Brand den Angaben zufolge. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz im Berliner Landeskriminalamt ermittelt wegen des Verdachts auf schwere Brandstiftung sowie Sachbeschädigung.

"NSU"-Kürzel laut Mitarbeiter neu

Am Tatort ist laut Polizei das Kürzel NSU geschrieben worden - auf eine Baustellenabsicherung an dem Haus, in dem sich das Wahlkreisbüro befindet. Die Polizei untersucht, ob die Farbschmiererei neu ist, mit dem Brandanschlag zusammenhängt und der Täter aus dem rechtsextremen Spektrum stammt. Laut Polizei sagte ein Mitarbeiter des Büros aus, das Kürzel habe zuvor nicht dort gestanden.

NSU ist die Abkürzung für die rechtsextreme Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund", die zehn Menschen ermordete.

Familienministerin Paus twitterte Fotos, die eine verkohlte Bank aus Holzpaletten und die angebrannte Fensterscheibe zeigen. Paus schrieb, der Schock sitze tief. Sie sowie ihr Kreisverband - die Grünen Charlottenburg-Wilmersdorf, die das Büro ebenfalls nutzen - ließen sich nicht einschüchtern.

Solidaritätsbekundungen auf Twitter

Paus' Parteifreundin und Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt drückte in einer Antwort ihre Solidarität aus - ebenso mehrere Berliner Landespolitiker. Die Grünen des Berliner Bezirks teilten mit, die Tat gehe über Parteigrenzen hinaus und sei "als Anschlag auf unser demokratisches System zu verurteilen".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. August 2022 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.