Absperrband der Polizei sperrt einen Teil der Osterfelder Straße in Bottrop ab.  | Bildquelle: dpa

Angriffe in Bottrop und Essen Haftbefehl gegen 50-jährigen Deutschen

Stand: 02.01.2019 10:18 Uhr

Nachdem ein Mann sein Auto gezielt in Menschengruppen in Bottrop und Essen steuerte, hat ein Richter nun Haftbefehl gegen einen 50-Jährigen Deutschen erlassen. Ihm wird mehrfacher versuchter Mord vorgeworfen.

Nach dem mutmaßlich fremdenfeindlichen Anschlag mit einem Auto im Ruhrgebiet hat ein Richter Haftbefehl gegen den 50-jährigen Verdächtigen erlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Essen mehrfachen versuchten Mord vor. Er soll in Bottrop und Essen aus Fremdenhass bewusst mehrfach in Menschengruppen gefahren sein. Dabei verletzte er insgesamt acht Menschen. Staatsanwaltschaft und Polizei sprachen von einem "gezielten Anschlag". Unter den Verletzten sind Syrer und Afghanen.

50-Jähriger nach Auto-Attacke in Bottrop in Untersuchungshaft
tagesschau 20:00 Uhr, 02.01.2019, Golineh Atai/ Bamdad Esmaili, WDR

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Kein Hinweis auf rechtsextreme Verbindungen

Laut Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul haben die Sicherheitsbehörden bislang keine Hinweise darauf, dass der Autofahrer Kontakte in die rechtsextreme Szene hat. Die Polizei habe keinen Ansatzpunkt gefunden, "dass dieser Mann irgendwelche Verbindungen hat oder dass er selber in irgendwelchen rechtsradikalen Kreisen sich bewegt", sagte Reul dem Sender WDR5.

Es scheine, dass der mutmaßliche Täter "aus einer persönlichen Betroffenheit und Unmut heraus dann Hass auf Fremde entwickelt hat", sagte Reul. Sicher sei, dass der Mann in der Vergangenheit wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen sei, sagte Reul im Bayerischen Rundfunk.

Ein Polizeiwagen steht hinter Absperrband auf dem Berliner Platz in Bottrop. | Bildquelle: dpa
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Die Polizei hat einen der Tatorte in Bottrop, den Berliner Platz, abgesperrt.

"Brodelnde Stimmungen" in sozialen Netzwerken

Zur Forderung von Bundesinnenminister Horst Seehofer, die Abschieberegeln zu verschärfen, äußerte Reul sich zurückhaltend. "Ich bin ein bisschen vorsichtig geworden in den letzten Jahren, denn eine Gesetzesverschärfung allein bringt es ja nicht", sagte er.

Die Aussage des Bottroper Oberbürgermeisters Bernd Tischler, wonach es im Ruhrgebiet ein 'sehr gutes Miteinander' gebe, bestätigte Reul "im Grundsatz - und trotzdem nicht in jedem Einzelfall". In Teilen sei die Lage auch angespannt. "Wir erleben das in unserer Gesellschaft, dass von einigen Gewalt als legitimes Mittel eingesetzt wird." Für problematisch hält Reul die Rolle der sozialen Medien, wo diverse "Stimmungen brodeln".

Polizei sucht Zeugen

Das für die Einsatzführung zuständige Polizeipräsidium in Münster bat am Abend via Twitter darum, Bilder und Videos von den Ereignissen nicht im Internet zu verbreiten. Alle Aufnahmen sollten stattdessen auf ein spezielles Portal des Bundeskriminalamts hochgeladen werden. Alle Zeugen wurden gebeten, sich telefonisch zu melden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Januar 2019 um 10:42 Uhr.

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