Absperrband der Polizei sperrt einen Teil der Osterfelder Straße in Bottrop ab.  | Bildquelle: dpa

Mann fährt in Fußgänger Täter wollte Ausländer töten

Stand: 01.01.2019 18:31 Uhr

Die Ermittler in NRW sind sich sicher: Der Mann, der in der Silvesternacht seinen Wagen in Menschenmengen steuerte, handelte aus Hass auf Ausländer. Sie sprechen von einem "gezielten Anschlag". Fünf Menschen wurden verletzt.

Aus Fremdenhass ist ein Autofahrer in der Silvesternacht im Ruhrgebiet mehrmals gezielt in Menschengruppen gefahren und hat mindestens fünf Personen verletzt. "Es gab die klare Absicht von diesem Mann, Ausländer zu töten", sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul. Unter den Verletzten sind Syrer und Afghanen. Staatsanwaltschaft und Polizei sprachen von einem "gezielten Anschlag".

Auto-Attacke im Ruhrgebiet
tagesthemen 23:15 Uhr, 01.01.2019, Marion Schmickler, WDR

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Der deutsche Staatsbürger aus Essen sei bewusst in vier Menschengruppen gefahren, die größtenteils aus Ausländern bestanden hätten, sagte Reul. Das hätten die Vernehmungen ergeben. Schon vorher sei klar geworden, dass der Mann psychische Erkrankungen gehabt habe. Es mache "sehr betroffen, dass so etwas passiert ist", fügte der CDU-Politiker hinzu. Der Fall müsse "sehr ernst genommen werden", es werde mit Hochdruck ermittelt. Reul hob hervor, in Nordrhein-Westfalen gebe es "keinerlei Toleranz" für Gewalttäter, "egal, von welcher Ecke sie kommen".

Herbert Reul (CDU), Innenminister in Nordrhein-Westfalen, beantwortet in Bottrop Fragen von Journalisten. | Bildquelle: dpa
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Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul erklärte in Bottrop, der Fall müsse "sehr ernst genommen werden".

Opfer in Bottrop sind Syrer und Afghanen

Der 50-Jährige Mann fuhr den Angaben zufolge kurz nach Mitternacht in Bottrop absichtlich auf einen Fußgänger zu. Dieser konnte sich jedoch vor einem Zusammenprall retten.

Danach fuhr der Mann weiter Richtung Innenstadt und dort am Berliner Platz in eine Gruppe von Menschen hinein, die gerade den Jahreswechsel mit Böllern und Raketen feierten. Vier Menschen wurden dort verletzt. Eine 46 Jahre alte Frau habe zeitweilig in Lebensgefahr geschwebt, sagte Reul. Unter den Opfern syrischer und afghanischer Nationalität seien auch zwei Kinder, erklärte ein Polizeisprecher gegenüber tagesschau.de.

Der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler zeigte sich "entsetzt und tief getroffen" von dem Vorfall. Er hoffe, dass die Verletzten bald genesen würden.

Ein Polizeiwagen steht hinter Absperrband auf dem Berliner Platz in Bottrop. | Bildquelle: dpa
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Die Polizei hat einen der Tatorte in Bottrop, den Berliner Platz, abgesperrt.

Auch in Essen wurde eine Person verletzt

Von Bottrop aus sei der 50-Jährige nach Süden in seine Heimatstadt Essen geflüchtet. Dort habe er noch zweimal versucht, gezielt in Menschengruppen zu fahren. In einem Fall wurde eine Person leicht verletzt. Im anderen Fall sei er "so auffällig gefahren, dass offensichtlich die Leute das geahnt haben und sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten", sagte Reul. Schließlich wurde der Mann in Essen von der Polizei angehalten und festgenommen.

Die Polizeipräsidentin von Recklinghausen, Friederike Zurhausen, sagte, der Mann sei bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Es sei unklar, ob er noch in psychologischer Behandlung gewesen sei.

Über dieses Thema berichtete am 01. Januar 2019 tagesschau24 um 16:00 Uhr und 18:00 Uhr sowie NDR Info um 17:00 Uhr in den Nachrichten.

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