Eine Seniorin erhält eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus. | dpa

Steigende Corona-Zahlen Booster-Impfungen "unbedingt nötig"

Stand: 26.10.2021 07:14 Uhr

Die Corona-Neuinfektionen steigen gerade wieder rasant. Eine Auffrischungsimpfung soll vor allem Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen schützen. Fachleute und Politiker fordern deutlich mehr Tempo.

Angesichts der stetig steigenden Corona-Neuinfektionen werben Politiker und Experten für mehr Tempo bei Dritt-Impfungen bei Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen.

Booster-Impfungen für die vulnerablen Gruppen würden dringend gebraucht, sagte Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchowbundes der niedergelassenen Ärzte, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Leider sei dies nicht bundesweit einheitlich geregelt, so dass es mancherorts zu Verzögerungen komme.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "In Anbetracht der steigenden Fallzahlen auch bei Älteren ist eine neue Impfkampagne zur Nutzung der Booster-Impfungen in dieser Altersgruppe jetzt unbedingt nötig."

"Erschreckende" Corona-Zahlen

Auch Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow forderte mehr Tempo bei den Auffrischungen. "Drittimpfungen müssen jetzt so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden, die aktuellen Coronazahlen sind erschreckend." Für die dritte Impfung müsse genauso geworben werden wie weiterhin auch für die erste und zweite, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, sagte der Funke-Mediengruppe, er messe "der Booster-Impfung einen sehr wichtigen Part in der Bekämpfung der Pandemie bei". Dies gelte für Patientinnen und Patienten wie für das Krankenhauspersonal.

Mancherorts Inzidenz von 224,3

Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, beklagte den "schleppenden Verlauf" bei den Drittimpfungen. "Die Kassenärztlichen Vereinigungen tragen die Verantwortung dafür, dass nach gut drei Monaten gerade mal zwölf Prozent der über 70-Jährigen ein drittes Impfangebot erhalten haben", sagte Brysch der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Jetzt rächt es sich, dass gerade auf Druck der Kassenarztfunktionäre die Impfzentren und mobilen Teams größtenteils abgeschafft wurden."

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag laut Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt bundesweit bei 110,1. Vor einer Woche hatte sie noch bei 74,4 gelegen. Dabei gibt es große regionale Unterschiede - von jetzt 53,0 im Saarland bis 224,3 in Thüringen. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner in sieben Tagen stieg laut RKI auf 2,77. Einen einheitlichen Wert, ab wann die Lage kritisch ist, gibt es nicht. Der bisherige Höchstwert lag bei 15,5.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Oktober 2021 um 05:30 Uhr und 09:00 Uhr.