Hintergrund

Hintergrund Die Bologna-Reform

Stand: 12.11.2009 16:39 Uhr

Kernziel der europäischen Hochschulreform ist es, die Studienabschlüsse zu vereinheitlichen. 1999 einigten sich die europäischen Bildungsminister im norditalienischen Bologna auf dieses Vorhaben - daher der Name Bologna-Prozess.

Mit der Reform wurde ein zweistufiges System von Studienabschlüssen nach angloamerikanischem Vorbild eingeführt. Die sogenannten Bachelor- und Master-Abschlüsse sollten in allen beteiligten Ländern anerkannt werden und bis 2010 einen einheitlichen Hochschulraum innerhalb der Europäischen Union schaffen. Daraus ergab sich die (theoretische) Möglichkeit, dass Studenten und Lehrende innerhalb Europas die Hochschule wechseln.

Bachelor eher praktisch ausgerichtet

Neben Deutschland beteiligen sich 45 weitere Staaten am Bologna-Prozess. Für den ersten akademischen Grad, den Bachelor, ist eine Regelstudienzeit von mindestens drei und höchstens vier Jahren vorgesehen (sechs bis acht Semester). Für den darauf aufbauenden Master sind es weitere ein bis zwei Jahre (zwei bis vier Semester). Bislang sind die Bachelor-Studiengänge in Deutschland überwiegend auf sechs und die Master-Studiengänge auf weitere vier Semester ausgerichtet.

Der Bachelor (BA) soll prinzipiell praktischer und berufsqualifizierend sein und ist laut Angaben der Kultusministerkonferenz dem bisherigen Diplomabschluss von Fachhochschulen gleichgestellt. Der Master (MA) ist dagegen theoretischer ausgerichtet und entspricht in etwa den bisherigen Diplom- und Magisterabschlüssen an Universitäten.

Kritikpunkt: "Verschulung" des Studiums

Bei der großen Mehrheit der Studiengänge in Deutschland ist die Umstellung auf Bachelor und Master bereits abgeschlossen. Hochschulen und Studenten klagen jedoch über große Probleme bei der Umsetzung. Sie kritisieren, die Strukturen seien zu starr und die Arbeitsbelastung zu hoch. Zudem gibt es die grundsätzliche Kritik, der Bologna-Prozess führe zu einer "Verschulung" des Studiums: Ein wesentlicher Aspekt des Studiums - nämlich Dinge auch mal fächerübergreifend kritisch zu hinterfragen - sei somit kaum mehr möglich, "kreative Köpfe" könne die Uni so nicht mehr hervorbringen.

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