Leere Beutel für Blutkonserven liegen bereit | dpa

Folge der Corona-Pandemie Blutkonserven knapp in Deutschland

Stand: 27.07.2021 12:31 Uhr

In Deutschland gibt es aktuell einen massiven Mangel an Blutkonserven. In Folge der Corona-Pandemie haben sich die Bestände verringert, auch die Urlaubszeit trägt zu Verknappung bei. Das Bundesgesundheitsministerium ruft zur Spende auf.

In Deutschland werden aktuell die Blutkonserven knapp. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) riefen deshalb bundesweit zur Blut- und Plasmaspende auf.

Der Bestand an Blutkonserven habe sich aufgrund der Corona-Pandemie und aktuell auch wegen der Urlaubszeit stark verringert, erklärte die Bundeszentrale in Köln. Zusätzlich würden durch die Flutkatastrophe in einigen Regionen Deutschlands dringend Blutpräparate benötigt, um die vielen Verletzten versorgen zu können. "Nach Auskunft von Blutspendediensten ist die Lage so gravierend, dass bereits die Reserven für Notfälle knapp werden", so die BZgA.

Spahn: "Jede Blutspende hilft"

Erschwerend kommt laut der Bundeszentrale hinzu, dass die Infrastruktur in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten teilweise so beschädigt ist, dass einige Blutspendedienste zurzeit keine Termine anbieten könnten. Spendenwillige sollten sich daher bei den Spendediensten nach möglichen Terminen erkundigen. Alternativ können sie auf Regionen ausweichen, die nicht vom Hochwasser betroffen sind.

Spahn betonte, jede Spende helfe, das Leid der Menschen zu lindern und die Versorgung sicherzustellen. Der Kommissarische Direktor der Bundeszentrale, Martin Dietrich, appellierte an die Bundesbürger, angesichts des "dramatischen Rückgangs bei den Blut- und Plasmaspenden" Blut zu spenden und damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Patientenversorgung im gesamten Bundesgebiet zu leisten. "Nur wenn sich genügend Menschen zur Spende bereit erklären, können notwendige Bluttransfusionen sichergestellt werden."

Spende auch nach Corona-Impfung möglich

In Deutschland können Menschen im Alter von 18 bis 68 Jahren Blut spenden. Eine Blutspende älterer Spenderinnen und Spender ist nach individueller ärztlicher Entscheidung ebenfalls möglich. Auch nach einer Impfung gegen das Coronavirus kann gespendet werden. Viele Blutspendedienste erlauben eine Blut- oder Plasmaspende schon 24 Stunden nach der Impfung. Der Impferfolg wird nach Angaben der Experten durch die Blut- oder Plasmaspende nicht eingeschränkt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Juli 2021 um 13:00 Uhr.